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NEWS ÜBERSICHT

China will mehr Rohöl aus Saudi-Arabien

13. Feb. 2026

Im kommenden Monat dürfte China seine Importe an saudischem Rohöl auf ein Mehrjahreshoch schrauben. Aus Handelskreisen hiess es zuletzt, dass die staatliche Ölgesellschaft Saudi Aramco im März mindestens 53 Mio. Barrel seines Rohöls an Abnehmer aus der Volksrepublik liefern werde. Damit würde China laut einer Statistik der Nachrichtenagentur Reuters so viel saudisches Rohöl beziehen wie seit März 2023 nicht mehr.
Der erwartete Anstieg der saudischen Rohölexporte nach China folgt auf den erneuten Preisrückgang für die Rohölexporte mehrerer Rohölsorten der Saudi Aramco für Käufer aus Asien. Der Ölriese hatte Anfang des Monats bei der Veröffentlichung der Verkaufspreise für die im März geplanten Rohölexporte den vierten Monat in Folge eine Preissenkung für seine beliebteste Rohölsorte Saudi Arabian Light Crude für Abnehmer am asiatischen Markt verkündet.
In chinesischen Raffineriekreisen hatte man zuvor teilweise sogar mit einem noch stärkeren Preisrückgang gerechnet. Bei den Sorten Saudi Arabian Medium und Heavy Crude senkte Saudi Aramco die Preise für den Zielmarkt Asien ebenfalls erneut. Zu den chinesischen Unternehmen, die im März saudisches Rohöl beziehen, gehören angeblich PetroChina und Rongsheng Petrochemical.

Die Rohölkontrakte an ICE und NYMEX steuern derzeit auf den zweiten Preisrückgang auf Wochensicht in Folge zu. Hauptgrund hierfür ist die Risikoprämie, die von den Marktteilnehmern zuletzt vor dem Hintergrund der Gespräche zwischen den USA und dem Iran weiter reduziert wurde. Im Verlauf der aktuellen Handelswoche riefen außerdem die EIA und die IEA mit ihren Monatsberichten das Thema Überversorgung wieder stärker in Erinnerung, wenngleich es unter den Analysten und Marktteilnehmern mittlerweile einige Zweifler gibt, deren Ansicht nach der Markt nicht als überversorgt bezeichnet werden kann.
Während immer noch offen ist, wann die nächste Verhandlungsrunde zwischen den USA und Iran stattfinden soll, gab US Präsident Trump am gestrigen Donnerstag an, die Verhandlungen könnten etwa einen Monat dauern. Die Marktteilnehmer fassten dies als Hinweis auf, dass also zumindest in den kommenden Wochen kein US Militärschlag gegen die Islamische Republik drohen dürfte und damit auch das Risiko von Ausfällen des Ölangebots aus der Region zunächst gering bleiben sollte.
Für weiteren Preisdruck sorgte vor allem am Donnerstagabend auch noch einmal die Aussicht auf einen erneuten teilweisen Shutdown der US Regierung. Zu diesem könnte es kommen, sollten sich die Republikaner und Demokraten im US Kongress vor dem Wochenende nicht noch auf den Haushalt für das US-Heimatschutzministerium einigen können. Am gestrigen Donnerstag hatte der Senat einen Gesetzesentwurf blockiert, der die Finanzierung des Ministeriums hätte gewährleisten können. Die Demokraten der Kammer fordern weiterhin Reformen zur stärkeren Kontrolle der Beamten der Einwanderungsbehörde ICE. Während die Aussicht auf einen erneuten Teilshutdown gestern zusammen mit dem weiteren Ausverkauf von Tech Aktien an den Aktien und Ölmarkten für stärkere Verluste sorgte, dürften die tatsächlichen Auswirkungen des Shutdowns auf die US-Wirtschaft und den Ölmarkt diesmal eher gering sein, da nur das Ministerium für Heimatschutz davon betroffen wäre.
Stärkeren Einfluss könnten dagegen heute Nachmittag die US Inflationszahlen haben. Sollten diese für Januar eine weiterhin hohe Preisteuerung zeigen, spräche dies dafür, dass die US Notenbank Fed ihre Zinsen noch länger als erhofft auf dem aktuellen Niveau belässt und mit einer weiteren Zinssenkung noch länger wartet. Dafür sprach zuletzt auch der stärker als prognostizierte Anstieg der Beschäftigung, der am Mittwoch für den vergangenen Monat gemeldet worden war, wobei die US-Regierung die Zahlen zur Beschäftigung für die beiden Vormonate deutlich nach unten korrigierte.
Davon abgesehen behalten die Marktteilnehmer weiterhin ein Auge auf den Entwicklungen in Venezuela sowie auf den Ukraine Krieg. Bei letzterem hatten Drohnenangriffe der Ukraine in dieser Woche wieder den russischen Raffineriebetrieb beeinträchtigt. Die Ölfutures an ICE und NYMEX notieren heute Morgen zunächst einmal nahe den Vortagestiefs, sodass sich auch bei den Inlandspreisen rein rechnerisch weiterhin Potenzial für Abschläge im Vergleich zu gestern abzeichnet

Trump betont bei Treffen mit Netanjahu Präferenz für Verhandlungen mit Iran

12. Feb. 2026

Am gestrigen Mittwoch hatte US-Präsident Trump den israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu im Weißen Haus empfangen und mit diesem auch über seine Pläne im Hinblick auf den Iran gesprochen. Nach dem Treffen teilte Trump über seine Kommunikationsplattform Truth Social mit, man habe sich zwar auf "nichts Konkretes" geeinigt, "aber ich habe darauf bestanden, dass die Verhandlungen mit dem Iran fortgesetzt werden, um zu sehen, ob ein Abkommen zustande kommen kann", schrieb Trump in seiner Nachricht und fügte hinzu: "Sollte dies der Fall sein, habe ich dem Premierminister mitgeteilt, dass dies meine bevorzugte Lösung wäre."

Sollte allerdings kein Abkommen mit dem Iran geschlossen werden können, werde man weitersehen müssen, so der US-Präsident, der dann gleich wieder in den Droh-Modus gegen Teheran überging und den US-Luftangriff auf die iranischen Atomanlagen von Juni in Erinnerung rief. Damals hatten sich die USA Israel angeschlossen, das bereits einige Tage vor den Vereinigten Staaten Ziele im Iran angegriffen hatte.

Mitte der Woche legten die Preise für Rohöl an den Ölbörsen erneut zu, wobei der Brent-Kontrakt auch wieder über 70 Dollar stieg, während WTI zeitweise wieder mehr als 65 Dollar pro Barrel kostete. Halten konnten sich die beiden Rohölkontrakte oberhalb dieser beiden psychologisch wichtigen Preisniveaus gestern bis zum Settlement allerdings nicht.

Ein Grund dafür war vermutlich, dass US-Präsident Trump bei und nach seinem Treffen mit Israels Premierminister Benjamin Netanjahu betont hatte, dass ein Abkommen mit dem Iran seine bevorzugte Lösung für die Spannungen zwischen den USA und der Islamischen Republik sei. Erst wenn feststeht, dass es kein Abkommen geben könne, will Trump eigenen Aussagen zufolge zu härteren Maßnahmen greifen.

Da der US-Präsident gerne und schnell seine Meinung ändert, bleibt jedoch abzuwarten, wie lange seine jüngsten Äußerungen Preisanstiege an den Ölbörsen bremsen werden. Marktexpertin Vandana Hari geht davon aus, dass sich die Preise vorerst in enger Spanne bewegen dürften, allerdings wenig Aussicht auf einen stärkeren Rückgang besteht, da die Wahrscheinlichkeit für ein nachhaltiges Abkommen gering sei. Dies gilt laut Hari jedoch auch in umgekehrter Richtung: "Zusätzliche konfrontative Rhetorik oder militärische Machtdemonstrationen können zwar die Risikoprämie erhöhen, aber die Gewinne dürften begrenzt sein, solange US-Angriffe auf den Iran nicht unmittelbar bevorstehen"“, so die Günderin von Vanda Insights.

Unterdessen geht die EIA von einem starken Überangebot für das laufende und das kommende Jahr aus. Die OPEC beließ in ihrem gestern veröffentlichten Monatsbericht zwar ihre Prognosen zu Angebot und Nachfrage für die Jahre 2026 und 2027 unverändert, rechnet jedoch für das dritte Quartal 2026 mit einem leichten Überangebot. Umso gespannter wird der Markt sein, ob die acht OPEC+-Länder, die ihre Fördermengen seit Anfang 2024 über die Vorgaben hinaus drosseln (oder zumindest drosseln wollten), die für das erste Quartal beschlossene Pause bei den Rückführungen dieser Zusatzkürzungen noch verlängern. Der aktuelle Monatsbericht der IEA steht heute Vormittag noch aus, wobei die Behörde mit Sitz in Paris meist am pessimistischsten ist, was Angebot und Nachfrage anbelangt.

Auf Nachfrageseite sorgten die gestern veröffentlichten US-Arbeitsmarktdaten für Januar für gemischte Impulse. So spricht der stärker als erwartete Anstieg der Beschäftigung für eine robuste Nachfrage, während der Anstieg der Durchschnittslöhne die Hoffnungen auf eine baldige Zinssenkung der Fed dämpfte. Am morgigen Freitag stehen mit den US-Inflationsdaten für Januar weitere Daten auf der Agenda, die für den weiteren Zinspfad der Fed von Relevanz sind. Sollten diese ebenfalls einen Anstieg der Preisteuerungsrate zeigen, würde dies die Aussicht auf eine früher als erwartete Zinssenkung weiter trüben, den Dollar stützen und die Sorgen über die Entwicklung der US-Konjunktur sowie auch der Ölnachfrage wieder verstärken.

Trump will vielleicht zweiten Flugzeugträger in den Nahen Osten schicken

11. Feb. 2026

Das Säbelrasseln zwischen den USA und dem Iran geht weiter - auch nach der Wiederaufnahme der Atomgespräche am vergangenen Freitag im Oman. Nachdem der Sprecher des iranischen Außenministeriums gestern noch angedeutet hatte, dass Teheran sein Atomprogramm für zivile Zwecke auch weiterhin nutzen wolle, gab US Präsident Trump gegenüber Medien gegenüber an, er ziehe die Stationierung eines weiteren Flugzeugträgers im Nahen Osten in Erwägung.
Im Januar hatte Washington die USS Abraham Lincoln und einige Begleitschiffe in die Region geschickt. Damit sollte unter anderem ein schnelles agieren ermöglicht werden, sollte der Iran nach den jüngsten Unruhen im Land nicht, wie versprochen, auf Schauprozesse und Hinrichtungen der festgenommenen Demonstranten verzichten und - vor allem - wieder an den Verhandlungstisch mit den USA zurückkehren. Als zweiter Flugzeugträger kämen nun Experten zufolge die USS George Washington oder die USS George H.W. Bush in Frage. Beide Flugzeugträger bräuchten jedoch rund eine Woche um in den Nahen Osten zu kommen.
In einem Interview mit dem israelischen Sender Channel 12 soll Trump nun gesagt haben: Entweder wir schliessen ein Abkommen, oder wir werden etwas sehr gravierendes machen müssen. Bereits vor den Gesprächen im Oman hatte der US Präsident dem Iran noch einmal mit einem Angriff gedroht, der härter ausfallen würde als der im Juni, als sich die USA Israels Luftangriffen auf iranische Atomanlagen anschlossen hatten.

Nachdem die Preise der beiden Rohölkontrakte am gestrigen Dienstag nur geringfügig nachgaben, setzten Brent und WTI heute Morgen bereits zu einem Anstieg an. Dabei geben immer noch die geopolitischen Risiken den nötigen Rückenwind.
Besonders die von US Präsident Donald Trump am gestrigen Dienstag gegenüber israelischen Medien geäußerte Möglichkeit, einen weiteren Flugzeugträger in Richtung Iran zu schicken, liess die Marktteilnehmer wieder aufhorchen. Das erneute Säbelrasseln verstärkt wieder die Befürchtungen, dass es doch noch zu einem US-Militärschlag gegen die Islamische Republik und/oder eine Blockade der Strasse von Hormus durch den Iran kommen könnte. Beides könnte massive negative Auswirkungen auf das Ölangebot aus der Region haben.
Der Ölpreis behält seine positive Tendenz aufgrund des anhaltenden, aber fragilen Konflikts in der Strasse von Hormus bei, meinen auch die Analysten der LSEG in einem Bericht und führen aus: Der anhaltende Sanktionsdruck, die angedrohten Zölle im Zusammenhang mit dem iranischen Handel und die verstärkte militärische Präsenz der USA in der Region stützen die Risikoprämie weiterhin.
Die Energy Information Administration (EIA), sozusagen das Statistikbüro des US-Energieministeriums, geht in ihrem Dienstagabend veröffentlichten Monatsbericht allerdings bislang noch davon aus, dass der Markt 2026 und auch 2027 ein umfangreiches Überangebot aufweisen dürfte. Während die Behörde die Prognosen zur weltweiten Ölproduktion für die beiden Jahre teils deutlich nach oben korrigierte, senkte sie ihre Erwartungen für die weltweite Ölnachfrage im Vergleich zum Januar-Bericht leicht. In der Folge geht die EIA mittlerweile für das laufende Jahr von einem Angebotsüberschuss im Umfang von +3,06 Mio. B/T aus, was einer Aufwärtskorrektur von +0,22 Mio. B/T zur Prognose von Januar entspricht.
Davon abgesehen korrigierte die EIA ihre Preisprognosen für Brent und WTI zwar um +1,82 Dollar bzw. +1,21 Dollar pro Barrel auf 57,69 Dollar bzw. 53,42 Dollar nach oben, für 2027 wurden die Prognosen jedoch um jeweils -1,02 Dollar pro Barrel auf 53,00 Dollar bzw. 49,34 Dollar gesenkt. Zumindest am Dienstagabend wurde der insgesamt bearishe Monatsbericht der EIA jedoch von den geopolitischen Risiken in den Hintergrund gedrängt.
Heute Nachmittag steht auch schon der aktuelle Monatsbericht der OPEC zur Veröffentlichung bei, die den Markt für gewöhnlich ausgeglichener einstuft, als EIA und IEA. Letztere wird ihren Februar-Monatsbericht morgen Vormittag herausgeben.

EU legt Entwurf für 20. Sanktionspaket vor

10. Feb. 2026

Die Europäische Union könnte ihre Sanktionen gegen Russland schon bald auf Häfen in Georgien und Indonesien ausweiten, die russisches Öl abfertigen. Erstmals würden damit auch Häfen in Drittstaaten ins Visier genommen, wie aus einem am Montag vorgelegten Vorschlag der EU-Kommission hervorgeht.

Die Maßnahmen, die konkret den georgischen Hafen Kulevi sowie den indonesischen Hafen Karimun auf die Sanktionsliste setzen würden, wären Teil des 20. Sanktionspaketes der EU im Zusammenhang mit Russlands Krieg in der Ukraine. Das neue Paket wurde den EU-Mitgliedsstaaten gestern präsentiert und muss nun einstimmig verabschiedet werden.

Die Notierungen an ICE und NYMEX bleiben am Dienstag stabil, gestützt durch anhaltende Spannungen im Nahen Osten. Zuletzt hatte die Warnung der USA vor einer Durchfahrt der Straße von Hormus die Risikoprämie an den Ölbörsen erneut in die Höhe getrieben.

Rund ein Fünftel des weltweit benötigten Öls passiert die Meerenge zwischen Oman und Iran, was jede Eskalation in der Region zu einem erheblichen Risiko für die globale Ölversorgung macht. Iran exportiert gemeinsam mit den OPEC-Partnern Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Kuwait und Irak den Großteil seines Rohöls über diese Route, überwiegend nach Asien.

Die USA hatten ihre militärische Präsenz im Nahen Osten zuletzt deutlich verstärkt und Donald Trump hatte immer wieder mit möglichen Angriffen gedroht. Entsprechend erleichtert hatte man am Markt darauf reagiert, dass es am Freitag erste Gespräche zwischen Teheran und Washington gab, bei denen es vor allem um das Atomprogramm des Iran ging. Weitere Verhandlungen sollen folgen.

Klar ist aber auch, dass von einer Deeskalation in der Region noch lange nicht gesprochen werden kann – das hat die Warnung für die Straße von Hormus sehr deutlich gemacht. „Während die Gespräche im Oman vorsichtig optimistische Signale gesendet haben, hält die Unsicherheit über eine mögliche Eskalation, verschärfte Sanktionen oder Versorgungsstörungen in der Straße von Hormus eine moderate Risikoprämie aufrecht“, kommentiert Tony Sycamore von der IG.

„Sowohl Washington als auch Teheran scheinen die Gespräche in Oman positiv bewertet zu haben, was darauf hindeutet, dass weitere Gespräche stattfinden werden“, heißt es auch von den Analysten bei RBC Capital Markets. Sie weisen darauf hin, dass „die Angst vor höheren Ölpreisen letztendlich dazu führen könnte“, dass US-Präsident Donald Trump eine schnelle Verhandlungslösung anstrebt.

Unterdessen hat die EU im Rahmen ihres 20. Sanktionspaketes vorgeschlagen, ihre Sanktionen gegen Russland auf Häfen in Georgien und Indonesien auszuweiten. Sollte der Vorschlag angenommen werden, wäre es das erste Mal, dass die EU Häfen in Drittstaaten ins Visier nimmt. Die Sanktionen sollen die zentrale Einnahmequelle Moskaus treffen, um die Finanzierung des Krieges in der Ukraine zu erschweren.

Kurzfristig erwarten die Anleger heute Abend noch mögliche Richtungsimpulse durch den EIA-Monatsbericht oder die API-Bestandsdaten, die am Ende des Tages auf dem Programm stehen. Während ersterer vor allem auf die längerfristigen Prognosen zur Angebotsentwicklung abgeklopft werden dürfte, könnte der API-Bericht kurzfristige Hinweise auf die Vorratslage in den USA liefern.

Iran/USA: Konstruktive Gespräche trotz Säbelrasseln

9. Feb. 2026

Der iranische Präsident Masoud Pezeshkian bezeichnete die Atomgespräche mit Washington am Freitag als „einen Schritt nach vorn“, wehrte sich aber gleichzeitig gegen jegliche Einschüchterungsversuche. Außenminister Abbas Araqchi erklärte, dass der Iran im Falle eines Angriffs durch die Vereinigten Staaten US-Militärstützpunkte im Nahen Osten ins Visier nehmen würde.

Er erklärte gegenüber dem arabischen Nachrichtensender Al-Jazeera, dass der Iran zwar vielleicht nicht die Fähigkeiten hätte, die Vereinigten Staaten selbst zu attackieren. Doch würde sein Land dafür „US-Stützpunkte in der Region angreifen oder Vergeltung an ihnen üben“, sollte es sich bedroht fühlen. Die Gespräche mit den USA hätten sich bisher weiterhin auf die Nuklearfrage beschränkt, so Araghchi. Er erklärte, der Iran sei bereit, „Vertrauen aufzubauen“ und die Bedenken hinsichtlich seines Atomprogramms auszuräumen, aber niemand habe das Recht, dem Iran etwas vorzuschreiben.

Zum Start in die neue Woche bleibt der Iran das wichtigste Thema für den Ölmarkt. Die Kurse an ICE und NYMEX kommen nach einem volatilen Freitag leicht unter Druck, nachdem Teheran und Washington gleichermaßen eine Fortsetzung der Gespräche in Aussicht gestellt haben. Damit nehmen die Sorgen über den Konflikt ab, der die Versorgung aus dem Nahen Osten hätte beeinträchtigen können.

Vertreter beider Länder hatten sich am Freitag im Oman zu indirekten Gesprächen getroffen, um die Spannungen rund um das Atomprogramm der Islamischen Republik zu entschärfen. Teheran bezeichnete das Treffen im Anschluss als „einen Schritt nach vorn“.

„Der Rohölmarkt hat zu Wochenbeginn nachgegeben, da die konstruktiven US-iranischen Atomgespräche im Oman für Erleichterung gesorgt haben“, kommentiert Tony Sycamore, Marktanalyst beim Broker IG. „Mit weiteren Gesprächen in Aussicht hat die unmittelbare Angst vor Versorgungsunterbrechungen im Nahen Osten deutlich nachgelassen.“

Trotz bestehender Differenzen wollen beide Seiten den begonnenen Dialog fortsetzen, US-Präsident Donald Trump sprach davon, dass ein weiteres Treffen sogar schon Anfang dieser Woche stattfinden könnte. Offiziell bestätigt wurde dies aber noch nicht. Sicher ist, dass Trump am 11. Februar den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu empfangen wird und dass Washington gleichzeitig neue Zölle gegen Länder vorbereitet, die Geschäfte mit dem Iran machen.

Neben der Entwicklungen rund um den Iran blickt man am Ölmarkt auch in dieser Woche noch auf die Lieferströme Richtung Indien. Letzte Woche hatten die USA und Indien ein neues Handelsabkommen unterzeichnet, im Rahmen dessen Neu-Delhi sich verpflichtet habe, kein Öl mehr aus Russland einzukaufen. Aus Indien gibt es dafür aber immer noch keine ausdrückliche Bestätigung, die Regierung betonte zuletzt nur, dass die Energiesicherheit oberste Priorität habe und man den Raffineriebetreibern nichts vorschreiben werde.

Warren Patterson von der ING kommentiert: „Sollte Indien infolge des neu ausgehandelten Handelsabkommens tatsächlich keine russischen Öllieferungen mehr beziehen, müssten die Abschläge auf russisches Öl steigen, um alternative Abnehmer zu finden“. Gelinge dies nicht, könnte sich das Marktgleichgewicht verengen, so der Experte.

Offizielle Prognosen zur Ölmarktentwicklung stehen diese Woche mit den drei großen Monatsberichten von EIA, OPEC und IEA an, die Dienstag, Mittwoch und Donnerstag erwartet werden. Zudem melden sich bei der International Energy Week in London diese Woche zahlreiche wichtige Energie-Experten und Funktionäre zu Wort, deren Einschätzungen und Prognosen die Öl-märkte möglicherweise beeinflussen könnten.

Zum heutigen Wochenstart fällt die fundamentale Einschätzung leicht bearish aus, das die Anleger erleichtert auf die einigermaßen erfolgreichen Iran-Gespräche reagieren. Zwar ist die sprichwörtliche Kuh noch nicht vom Eis, weshalb eine starke Abwärtskorrektur ausbleibt, doch die Risikoprämie der letzten Tage und Wochen dürfte sukzessive weiter sinken.

Saudi Arabien erhöht Preise für März Exporte nach Asien für sehr leichtes Rohöl

6. Feb. 2026

Das staatliche Ölunternehmen Saudi Aramco gab am Donnerstagabend die Verkaufspreise (Original Selling Prices, kurz: OSP) für seine im März geplanten Rohölexporte bekannt. Dabei nahm der Konzern bei den Preisen für Exporte nach Europa und in die USA über alle Rohölsorten hinweg Preissenkungen vor. Anders verfuhr Saudi Aramco jedoch bei den Preisen für die geplanten Ausfuhren nach Asien.
Hier senkte der Ölriese die Preise für die Sorten Saudi Arabian Medium und Heavy Crude, sowie für seine international wohl beliebteste Rohölsorte Saudi Arabian Light Crude. Allerdings hatte man in Handelskreisen zuvor teilweise eine stärkeren Preisreduktion erwartet. Bei Saudi Arabian Light Crude hatte man sogar bereits damit gerechnet, dass die Rohölsorte erstmals seit Langem wieder mit einem Abschlag zur Benchmark Oman/Dubai Crude angeboten werden könnte, unter anderem, weil zuletzt wieder höhere Angebotsmengen aus Venezuela auf den Markt kamen und man sich fragte, ob die Ölnachfrage in Asien hoch genug ist, dass das saudische Öl mit den günstigeren Alternativen aus Venezuela oder dem Iran am asiatischen Markt mithalten kann.
Die Saudis scheinen sich zwar der Konkurrenz bewusst, mit der jüngsten Preissenkung um -0,30 Dollar pro Barrel Saudi Arabian Light bieten sie ihre beliebte Rohölsorte allerdings im März auch in Asien noch nicht mit einem Abschlag zur Benchmark an, sondern mit dem selben Preisniveau wie Oman/Dubai. Bei den Rohölsorten mit einer sehr geringen Viskosität wie Saudi Arabian Extra Light und Saudi Arabian Super Light Crude will man es auch im März sogar mit etwas höheren Preisen versuchen. Die Sorte Super Light wird auch ausschliesslich am asiatischen Markt angeboten, da sie den Anforderungen der dortigen Raffinerien besser entspricht als die schwereren Sorten.

Die Rohölpreise an ICE und NYMEX könnten heute erstmals seit Dezember auf Wochensicht wieder Verluste verzeichnen, auch wenn Brent und WTI heute Morgen zunächst von stabilen Widerständen abgeprallt sind. Ein Faktor der dies noch verhindern könnte, wären die Gespräche zwischen den USA und Iran, die für heute in der omanischen Hauptstadt Maskat anberaumt wurden.
Sollte es Anzeichen geben, dass die Gespräche schlecht verlaufen, könnte dies die Preise an den Ölbörsen kurz vor dem Wochenende noch einmal steigen lassen. Die Annäherung zwischen Washington und Teheran sind schliesslich auch der Hauptgrund dafür, dass Brent und WTI auf Wochensicht nachgeben könnten.
Die Ölmärkte bauen einen Teil der geopolitischen Risikoprämie ab und kehren zu den Fundamentaldaten zurück, die im Wesentlichen zeigen, dass ausreichende Vorräte vorhanden sind, erklärt Analystin Samantha Hartke von Vortexa die jüngste Entwicklung an den Ölbörsen und fügt hinu: Wenn die Verhandlungen scheitern, steigt die Risikoprämie wieder deutlich an.
Unterdessen soll es bei den trilateralen Gesprächen zwischen der Ukraine, Russland und den USA, die gestern und vorgestern in Abu Dhabi fortgesetzt wurden, in erster Linie eine Einigung über einen weiteren Gefangenenaustausch zwischen der Ukraine und Russland gegeben haben. Nach Angaben des US-Sondergesandten Steve Witkoff sollen bei den Verhandlungen zwar Fortschritte gemacht worden sein, mit Ergebnissen sei jedoch erst in den kommenden Wochen zu rechnen. Damit dürften auch die weitreichenden Sanktionen des Westens gegen den russischen Ölsektor erst einmal noch eine Weile gelten.
Was die Nachfrage anbelangt, bleibt abzuwarten wie sich die Ferienzeit anlässlich des Mond Neujahrs in China auf den Verbrauch in der Volksrepublik im Laufe des Monats auswirken wird. Für März hält die staatliche saudische Ölgesellschaft Aramco zumindest bei den sehr leichten Rohölsorten noch eine robuste Nachfrage am asiatischen Markt für wahrscheinlich, denn das Unternehmen erhöhte die Exportpreise für seine Rohölsorten Super und Extra Light mit Zielmarkt Asien für den kommenden Monat leicht.
Nächste Woche werden dann die drei wichtigsten Institutionen am Ölmarkt (EIA, IEA und OPEC) ihre aktuellen Monatsberichte veröffentlichen, in denen sie ihre eigene Einschätzung zu Lage und Entwicklung des weltweiten Ölmarkts darlegen. Vor dem Wochenende bleibt der Fokus allerdings erst einmal auf den USA und Iran.
An ICE und NYMEX testeten die Ölfutures heute Morgen zunächst ihr Abwärtspotenzial, bevor sie deutlich an Boden gewannen. Bei den Inlandspreisen zeichnet sich bisher allerdings noch keine klare Richtung ab.

US/Iran noch uneins über Agenda für Verhandlungen im Oman

5. Feb. 2026

Die über die Nachrichtenplattform Axios verbreitete Meldung, dass die geplanten Gespräche zwischen den USA und dem Iran abgesagt worden seien, hatte am Mittwochabend an den Ölbörsen noch für einen Preissprung gesorgt. Mit Verweis auf Informationen aus informierten Kreisen hieß es, der Grund dafür sei gewesen, dass sich die beiden Parteien nicht auf eine Agenda hätten einigen können. Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi stellte jedoch mittels einer Nachricht auf seinem Profil beim Kurzmeldungsdienst X wenig später klar, dass die Gespräche stattfinden würden.

"Die Atomgespräche mit den Vereinigten Staaten sollen am Freitag gegen 10:00 Uhr in Maskat [der Hauptstadt des Oman] stattfinden. Ich bin unseren omanischen Brüdern dankbar, dass sie alle notwendigen Vorkehrungen getroffen haben", schrieb Araghtschi. Die Agenda für die Verhandlungen scheint allerdings tatsächlich noch nicht wirklich ausgearbeitet zu sein, denn US-Außenminister Marco Rubio betonte am gestrigen Mittwoch noch einmal, dass die Verhandlungen auch das Raketenprogramm Irans beinhalten müssten, sowie die Unterstützung Teherans für bewaffnete Milizen in der Region und - ganz am Rande - den Umgang des Regimes mit dem iranischen Volk.

Die Preise an den Ölbörsen reagieren weiterhin empfindlich auf geopolitische Schlagzeilen. Dies wurde erst gestern Abend wieder deutlich, als das Gerücht, die geplanten Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran seien abgesagt worden, für einen Preissprung sorgte.

Wenngleich der Außenminister Irans das Gerücht bereits wenig später aus der Welt räumte, herrscht laut Warren Patterson von der ING Groep NV "weiterhin große Unsicherheit darüber, wie das Ganze ausgehen wird." Mukesh Sahdev, der Vorstandsvorsitzende von XAnalysts, einem Beratungsunternehmen für den Energiesektor, geht sogar noch etwas weiter und unkt: "Es ist wahrscheinlich, dass diese Gespräche neue Differenzen zutage fördern und die Risikoprämie bald wieder steigen wird."

Davon abgesehen trägt auch US-Präsident Donald Trump, der auf Fragen von Journalisten gerne mal mit mehr oder weniger vagen Drohungen gegenüber dem Iran antwortet, dazu bei, dass man am Markt die Risikoprämie für einen US-Militärschlag gegen die Islamische Republik nicht ganz auspreisen will. Schließlich könnte ein solcher Militärschlag Teheran dazu veranlassen, die Straße von Hormus und damit ein wichtiges Nadelöhr für den internationalen Ölhandel zu blockieren.

Unterdessen findet seit gestern in Abu Dhabi die zweite Runde an trilateralen Gesprächen zwi-schen der Ukraine, Russland und den USA in Abu Dhabi statt. Am gestrigen Mittwoch hatte der Kreml bereits vor Beginn der Verhandlungen mitgeteilt, dass Moskau nach dem ersten Tag der zweiten Verhandlungsrunde nichts mitteilen werde. "Es ist nicht nötig, auf irgendwelche Stel-lungnahmen zu warten. Wir planen nicht, welche abzugeben", antwortete Kreml-Sprecher Dmitry Peskow laut einem Bericht der Nachrichtenagentur TASS auf die Frage eines Journalis-ten, wann mit Stellungnahmen des Kremls zum Fortschritt der Gespräche zu rechnen sei.

Dass bereits heute eine Einigung über ein Friedensabkommen für die Ukraine verkündet wird, im Zuge dessen auch die Sanktionen des Westens gegen Russland gelockert werden könnten, ist unwahrscheinlich. Schließlich nahm Russland zuletzt wieder zahlreiche Ziele in der Ukraine ins Visier, während der ukrainische Präsident seinen US-Amtskollegen um mehr Waffen gebeten hat, um den Druck auf Moskau zu erhöhen.
Voraussichtlich eher kurzfristige Auswirkungen auf das US-Ölangebot hatte die jüngste Kältewelle und der Schneesturm Fern, die weite Teile der USA in den vergangenen beiden Wochen getroffen hatten. Den am Mittwoch vom DOE veröffentlichten Daten zufolge ließ der Wintereinbruch die US-Rohölproduktion in der letzten Januar-Woche mit 13,2 Mio. B/T auf den niedrigsten Stand sinken, der in den wöchentlichen Daten des US-Energieministeriums seit Mitte November 2024 verzeichnet worden war. Dass die Marktteilnehmer mit einer zügigen Erholung der Fördermengen rechnen, zeigt jedoch auch die schwache Reaktion der Ölbörsen auf den gestrigen DOE-Wochenbericht.

Heute Nachmittag wird neben den geopolitischen Risiken auch der Zinsentscheid der EZB beziehungsweise die Pressekonferenz zur aktuellen EZB-Ratssitzung im Fokus stehen. Während man am Markt davon ausgeht, dass die Notenbankerinnen und Notenbanker der EZB die Zinsen bei der aktuellen Sitzung nicht anrühren, ist man gespannt, was EZB-Ratspräsidentin zur starken Aufwertung sagt, die der Euro zuletzt gegenüber dem Dollar erfahren hat.

US-Kampfflugzeug schießt Drohne über Arabischem Meer ab

4. Feb. 2026

Da hatten die Marktteilnehmer die geopolitische Risikoprämie im Hinblick auf die Spannungen zwischen den USA und dem Iran zum Wochenbeginn gerade erst wieder ausgepreist, schon sorgten Meldungen aus dem Nahen Osten wieder für Befürchtungen, das Risiko eines US-Militärangriffs gegen den Iran könnte doch noch nicht vom Tisch sein.

So hieß es seitens des US Zentralkommandos, ein US-Kampfflugzeug des Typs F-35C habe über dem Arabischen Meer eine Drohne abgeschossen, die sich dem Flugzeugträger USS Abraham Lincoln "auf aggressive Weise genähert" habe. Der Flugzeugträger gehört zur "Armada", die Trump im Zuge der gewaltsamen Niederschlagung der Proteste im Iran in die Nähe des Landes geschickt hatte, um Teheran daran zu erinnern, dass ein US-Militärschlag immer noch möglich wäre, sollte das Mullah-Regime entgegen den Versprechungen doch Hinrichtungen von verhafteten Demonstranten vornehmen. Allerdings hatte sich die USS Abraham Lincoln im Zuge der Annäherung zwischen den USA und Iran Berichten zufolge zuletzt vom Iran in Richtung Jemen wegbewegt.

Die Ölfutures an ICE und NYMEX machten einen Teil des Preisrutsches, den sie zum Wochenbeginn verbucht hatten, am gestrigen Dienstag wieder wett. Dabei erhielten sie Rückenwind durch den Handelsdeal zwischen den USA und Indien, vor allem aber durch die Sorge, dass die jüngste Entspannung zwischen Washington und Teheran nur ein kurzes Intermezzo gewesen sein könnte.

Nachrichten aus dem Nahen Osten hatten diese Sorge gestern wieder aufkommen lassen. "Die Drohnen- und Tankergefechte verdeutlichen dem Markt, wie volatil die Lage ist und wie schnell die Dinge selbst unbeabsichtigt außer Kontrolle geraten könnten", kommentiert Analyst Saul Kavonic von MST Marquee die jüngsten Meldungen zum Thema. Kavonic schätzt die geopolitische Risikoprämie, die die Marktteilnehmer "in Erwartung möglicher US-Angriffe auf den Iran" auf 5 bis 10 Dollar pro Barrel.

Wie schnell dieser Risikoaufschlag wieder ausgepreist wird, wird nicht zuletzt auch davon abhängen, wie zügig die angekündigten Verhandlungen zwischen den USA und Iran stichhaltige Fortschritte aufweisen. Stattfinden sollen sie auf jeden Fall, daran scheinen auch die gestern gemeldeten Zwischenfälle in der Straße von Hormus und im Arabischen Meer nichts geändert zu haben. Sollten sich Washington und Teheran einig werden, könnten die umfangreichen Sanktionen gegen den Iran deutlich gelockert werden und das iranische Ölangebot steigen.

Heute und morgen werden die Marktteilnehmer außerdem gespannt auf die Fortsetzung der trilateralen Gespräche zwischen der Ukraine, Russland und den USA in Abu Dhabi blicken. Auch hier könnten maßgebliche Fortschritte bearishe Auswirkungen auf die Ölpreise haben. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte bereits Anfang der Woche angekündigt, Kiew sei "bereit für substanzielle Gespräche". Ob dies bedeutet, dass die Ukraine auch bereit ist, Territorium an Russland abzugeben, ging aus den Angaben Selenskyjs jedoch nicht hervor.

Eine Einigung über ein Friedensabkommen hätte voraussichtlich die Lockerung der westlichen Sanktionen gegen Russland zur Folge, wodurch das Angebot am Weltmarkt ebenfalls zunehmen würde. Die jüngste Vereinbarung zwischen den USA und Indien über eine Senkung der US-Strafzölle auf Importwaren aus Indien auf 18 %, für die Indien jedoch auf Rohöl aus Russland verzichten soll, könnte Moskau diese Woche neue Anreize gegeben haben, sich bei den Ukraine-Friedensverhandlungen offener für Kompromisse zu zeigen.

Die OPEC+ will unterdessen zumindest noch bis einschließlich März - wie Ende 2025 bereits angekündigt - keine Produktionssteigerungen vornehmen, wobei es um die Rückführung der Zusatzkürzungen geht, die acht der OPEC+-Produzenten seit Anfang 2024 auf freiwilliger Basis durchgeführt hatten. Ob und wenn ja, wie stark der Kälteeinbruch sowie Schneesturm Fern in der vergangenen Woche das US-Ölangebot beeinträcht haben, wird heute Nachmittag der offizielle Ölmarktbericht des US-Energieministeriums (DOE) zeigen. Dem API zufolge kam es bei den landesweiten Rohöl- und Destillatvorräten der USA in der Woche zum 30. Januar zu beträchtlichen Abbauten.

Neuer US-Handelsdeal – Kein russisches Öl mehr für Indien

3. Feb. 2026

Offenbar haben sich die Vereinigten Staaten und Indien auf ein Rahmenabkommen im Handel geeinigt, wie Donald Trump gestern nach einem Telefonat mit seinem indischen Amtskollegen Narendra Modi erklärte. Dieses sieht eine Senkung der US-Zölle auf indische Waren sowie eine Ausweitung der indischen Käufe von US-Öl und -Gas vor.

Nach Angaben Trumps sollen die Zölle auf 18 % gesenkt und ein zusätzlicher Strafzoll im Zusammenhang mit Indiens Käufen von russischem Öl aufgehoben werden. Im Gegenzug habe Modi zugesagt, die Importe russischen Rohöls deutlich zu reduzieren und stattdessen verstärkt auf Lieferungen aus den USA zu setzen. Zudem habe Indien weitergehende Verpflichtungen übernommen, amerikanische Energie, Technologie und Agrarprodukte zu kaufen. Eine offizielle Bestätigung aus Indien gibt es bisher allerdings noch nicht.

Die Ölpreise sind am Dienstag den zweiten Tag in Folge gesunken. Hintergrund sind Hoffnungen auf eine mögliche Entspannung zwischen den USA und dem Iran sowie ein festerer Dollar, der zusätzlichen Abwärtsdruck auf die Notierungen ausübte. Auch ein angeblicher neuer US-Handelsdeal mit Indien beschäftigt heute die Anleger.

Nachdem sowohl Washington, als auch Teheran am Wochenende Gesprächsbereitschaft signalisiert hatten, sollen nun noch in dieser Woche die Atomgespräche wieder aufgenommen werden. Am Freitag soll es in der Türkei das ersten Treffen geben. US-Präsident Trump erinnerte gleichzeitig aber auch an die „Armada“ von Kriegsschiffen, die er in die Region beordert habe, und warnte, dass „schlimmen Dinge passieren“ könnten, sollten keine Fortschritte erzielt werden.

Als großen Fortschritt dürfte Trump die von ihm gestern verkündete Einigung mit Indien zu einem Rahmenabkommen in Handelsfragen einschätzen. Er habe sich, so Trump, mit Indiens Premier Narendra Modi darauf verständigt, die Strafzölle auf 18% zu senken, während Neu-Delhi sich verpflichtet habe, kein russisches Öl mehr zu importieren. Aus Indien gibt es noch keine offizielle Bestätigung.

Die Lieferungen russischen Rohöls nach Indien sind zuletzt auf den niedrigsten Stand seit mehr als drei Jahren gefallen, was zu einem wachsenden Angebot unverkaufter, sanktionierter Mengen auf dem Weltmarkt beiträgt. Analysten der ING erklärten, eine entsprechende Einigung zwischen den USA und Indien würde das Volumen russischen Öls, das auf See nach Abnehmern sucht, noch weiter erhöhen.

Insgesamt dürfte die Volatilität am Ölmarkt angesichts der hohen Unsicherheiten, die sowohl den Entwicklungen im Iran, als auch dem Handelsdeal mit Indien anhaften, recht hoch ausfallen. Dieser Meinung ist auch Priyanka Sachdeva, Senior-Marktanalystin bei Phillip Nova: „Die Preise dürften im Februar volatil bleiben und sich in einer Seitwärtsbewegung bewegen, stark beeinflusst von Nachrichten und makroökonomischen Impulsen, mit einem insgesamt nach unten gerichteten Risiko.“

Die jüngsten starken Preisschwankungen seien vor allem stimmungsgetrieben, meint die Analystin. Nach der Rally in der vergangenen Woche hätten die Märkte die Gewinne rasch wieder abgegeben, da auch andere Risikoanlagen volatil geworden seien. Ohne neue geopolitische Eskalationen und bei weiterhin gemischten Konjunkturdaten habe sich der Ölmarkt nicht auf höherem Niveau behaupten können.

Bearishe Auswirkungen für die Ölbörsen kommen auch heute noch von einem wieder etwas stärkeren Dollar, senkt dieser doch die Nachfrage nach in Dollar gehandeltem Rohöl aus dem Ausland. Aus fundamentaler Sicht bleibt die Einschätzung damit heute eher bearish, obwohl das mögliche Aus der indischen Importe aus Russland einen bullishen Impuls geben könnte. Bisher gibt es dazu aber noch keine Bestätigung aus Indien.

Iran und USA signalisieren Redebereitschaft

2. Feb. 2026

Im Konflikt zwischen Washington und Teheran gibt es nun erste Anzeichen einer Deeskalation. Laut US-Präsident Donald Trump gebe es „ernsthafte Gespräche“ mit dem Iran. Und auch der iranische Präsident sprach sich für Diplomatie aus. Die Ölfutures starten mit diesen Meldungen vom Wochenende mit einem deutlichen Preisrutsch in die neue Woche.

Nach Wochen der Eskalation und gegenseitigem Säbelrasseln gibt es nun nach Angaben von beiden Seiten Verhandlungsbereitschaft. Donald Trump sagte dem Sender Fox News, Teheran „redet mit uns, wir werden sehen, ob wir etwas tun können, andernfalls werden wir sehen, was passiert“. Irans Präsident Massud Peseschkian betonte in einem Telefonat mit dem ägyptischen Präsidenten die Notwendigkeit, „diplomatische Prozesse einzuleiten“.

Mit den jüngsten Anzeichen einer Entspannung zwischen Iran und den USA geben die Ölpreise an ICE und NYMEX zum Start in die neue Woche spürbar nach. Zuletzt hatte die Angst vor einer militärischen Eskalation die Notierungen diesseits und jenseits des Atlantiks auf neue Mehrmonatshochs getrieben

Trump hatte dem Iran wiederholt mit einem Eingreifen gedroht, sollte Teheran keinem neuen Atomabkommen zustimmen oder die Tötung von Demonstranten fortsetzen. Diese anhaltenden Drohungen hätten die Ölpreise im Januar gestützt, kommentiert Priyanka Sachdeva von Phillip Nova. „Zudem hat die jüngste Stärke des US-Dollars den Rückgang verstärkt, da ein festerer Dollar Rohöl für Käufer außerhalb der USA verteuert und damit die Nachfrage dämpft.“

Sowohl Washington, als auch Teheran hatten am Wochenende signalisiert, an den Verhandlungstisch kommen zu wollen. Zusammen mit Berichten, wonach die Seestreitkräfte der iranischen Revolutionsgarden derzeit keine scharfen Manöver in der Straße von Hormus planten, werteten Marktbeobachter dies als Zeichen einer Deeskalation.

„Der Ölmarkt interpretiert dies als ermutigenden Schritt weg von der Konfrontation“, meint Tony Sycamore, Marktanalyst bei IG. Dadurch werde die geopolitische Risikoprämie, die während der jüngsten Rally in die Preise eingepreist worden sei, abgebaut, was Gewinnmitnahmen auslöse.

Über die jüngsten Ereignisse im Iran-Konflikt ist das OPEC+ Meeting vom Wochenende fast in Vergessenheit geraten. Es brachte allerdings auch keine neuen Überraschungen sondern bestätigte die Pause bei den Förderanhebungen auch für März. Wie es darüber hinaus weiter gehen soll, will die Gruppe erst bei ihrem nächsten Treffen am 1. März thematisieren.

Die OPEC+ folgt damit ihrem üblichen Credo der Flexibilität und hält sich alle Optionen offen, auf aktuelle Marktentwicklungen zu reagieren. Allerdings hatte die Gruppe schon im letzten Jahr signalisiert, dass sie den am Markt vorherrschenden Erwartungen eines starken Überangebots nicht in gleichem Maße folgt (14.01.2026 Ölfutures relativ unbeeindruckt von OPEC-Monatsbericht) und dürfte deshalb wohl zum April wieder mit der schrittweisen Erhöhung der Fördermengen starten.

Mit der Deeskalation im Iran-Konflikt ist die Risikoprämie wieder deutlich gesunken und die fundamentale Ausrichtung wandelt sich ins Bearishe – zumal auch die Kältewelle in den USA abklingt und erst einmal nicht mehr mit stärkeren Ausfällen gerechnet werden muss.

Iran warnt Schiffsverkehr vor Militärübung in Strasse von Hormus

30. Jan. 2026

Bereits Anfang der Woche hatte der Iran eine Warnung ausgegeben, dass der Luftraum nahe der Strasse von Hormus bis einschliesslich gestern drei Tage lang gesperrt sei, da man eine Militärübung mit echter Munition durchführen würde (28.01.2026 Iran warnt vor Übungen der Luftwaffe nahe Strasse von Hormus). Nun soll auch eine Warnung für den Schiffsverkehr herausgegangen sein, dass am Sonntag und Montag eine Übung der iranischen Seestreitkräfte in der Meerenge abgehalten werde (ebenfalls mit echter Munition). Die Nachrichtenagentur Associated Press (AP) berichtete gestern unter Berufung auf zwei Pakistanische Sicherheitskräfte von der Warnung Irans.
US-Präsident Trump hatte schon Ende letzter Woche mit seiner Äusserung, die USA hätten eine Armada von Kriegsschiffen in Richtung Iran entsendet, die Sorgen bezüglich eines US-Militärschlags gegen die Islamische Republik wieder steigen lassen. Am Mittwoch nährte er diese Sorgen mit einem weiteren Kommentar auf seiner Kommunikationsplattform erneut, indem er Teheran ein nicht genau definiertes Ultimatum für dessen Rückkehr an den Verhandlungstisch stellte, wobei er die Verhandlungen über das Atomprogramm Irans meinte. Sollte es nicht bald dazu kommen, würden die USA einen stärkeren Angriff auf den Iran durchführen als im vergangenen Juli.

Die Spannungen zwischen den USA und Iran verhalfen den Rohölpreisen an ICE und NYMEX am gestrigen Donnerstag zu neuen Mehrmonatshochs und auch auf Wochensicht zeichnet sich derzeit der stärkste Preisanstieg seit Monaten ab. Auch die Kälte in weiten Teilen Europas und der USA stützte die Ölpreise in dieser Woche noch, wenngleich nicht mehr ganz so stark wie in der vergangenen Woche.
In puncto Iran rückte vor allem die Befürchtung in den Vordergrund, die Islamische Republik könnte die Straße von Hormus blockieren einem wichtigen Nadelöhr für den auf dem Seeweg abgewickelten internationalen Ölhandel. Mit den Warnungen vor Militärübungen nahe und in der Meerenge, die wiederum Drohungen Trumps und einer Bereitschaftsübung der US-Streitkräfte folgten, rasselt Teheran derzeit wieder mit einem sehr scharfen Säbel, der die Marktteilnehmer wieder dazu veranlasst, einen geopolitische Risikoaufschlag einzupreisen.
Bei der Citigroup geht man davon aus, dass dieser Aufschlag aktuell zwischen 7 und 10 Dollar pro Barrel liegt, wobei die Analysten der Bank auch damit rechnen, dass es im Verlauf des Jahres zu einer De-Eskalation der Spannungen zwischen Washington und Teheran kommen werde. Als Begründung für diese Erwartung führen sie Präsident Trumps Präferenz, Krieg zu vermeiden, und die Wahrscheinlichkeit, dass der anhaltende innenpolitische Druck im Iran Potenzial für Veränderungen bietet, die zu einem Abkommen führen könnten, an.
Aktuell ist jedoch von einer De Eskalation noch nichts zu spüren, da es aber auch noch nicht zu tatsächlichen Angebotsausfällen gekommen ist, geht man am Markt davon aus, dass die für Januar bis einschliesslich März angekündigte Pause der Rückführung der freiwilligen Zusatzkürzungen von 8 OPEC+-Produzenten bei deren Treffen am Sonntag noch einmal bestätigt werden wird. Auch die Entwicklungen in Venezuela dürfte daran nichts ändern, wie einzelne OPEC+-Delegierte bereits vergangene Woche angedeutet hatten. Die US-Regierung gab gestern auch noch eine generelle Lizenz an US Ölunternehmen heraus, die zahlreiche Aktivitäten umfasst, welche sowohl den Export und Verkauf venezolanischen Rohöls, aber auch dessen Lagerung und Raffinierung beschleunigen soll. Für den Bereich Produktion gilt diese Lizenz jedoch nicht.

Trump droht Iran erneut mit einem Militärschlag

29. Jan. 2026

US-Präsident Donald Trump hat seine Iran-Rhetorik erneut verschärft und die Drohung, dass eine „massive Armada“ auf dem Weg in die Region sei, wiederholt. Auf seiner Onlineplattform Truth Social forderte er das iranische Regime dazu auf, das Atomprogramm aufzugeben und einen Deal abzuschließen. Auch seine Angriffsdrohungen gegen Teheran wiederholte er im gleichen Post.
Der Iran wies die Drohungen und Forderungen zurück. Irans Atomchef Mohammad Eslami sagte, der Iran habe wie die USA das Recht, eine fortgeschrittene Nukleartechnologie zu nutzen. „Wir lehnen daher die amerikanischen Forderungen nach jeglichen Beschränkungen unseres Atomprogramms ab.“ Zuvor hatte der iranische Außenminister Abbas Araghtschi gesagt, dass Diplomatie und gleichzeitig militärische Drohungen weder effektiv noch nützlich seien.

Die Ölfutures an ICE und NYMEX legen zum dritten Mal in Folge deutlich zu, nachdem US-Präsident Donald Trump dem Iran erneut mit einem Militärschlag gedroht hat, sollte Teheran kein Atomabkommen abschließen. Damit wurden am Ölmarkt erneut Sorgen über mögliche Unruhen und Lieferunterbrechungen im Nahen Osten geschürt, die die Preise zusätzlich zu den bestehenden bullishen Faktoren wie dem Kaltwetter in den USA stützen.

Trumps jüngste Drohungen haben die geopolitische Risikoprämie wieder deutlich angeheizt und überlagern damit erneut den langfristig bearishen Druck durch das prognostizierte Überangebot. Der Iran ist trotz zahlreicher Sanktionen mit einer Produktion von rund 3,2 Mio. B/T immer noch der viertgrößte Produzent innerhalb der OPEC.

Ein US-Angriff könnte, so die Befürchtung der Anleger, nicht nur die Rohöllieferungen aus dem Iran, sondern dem gesamten Nahen Osten beeinträchtigen. Aus der Region stammt etwa ein Drittel des weltweiten Ölangebots. Zudem könnte eine iranische Vergeltung auch den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus beeinträchtigen. Diese wichtige Meerenge zwischen dem Iran und der Arabischen Halbinsel ist entscheidend für den globalen Ölhandel, werden doch täglich über 20 Mio. B/T durch die Wasserstraße transportiert, also etwa ein Fünftel des weltweiten täglichen Ölbedarfs.

Bei der Citi Bank geht man davon aus, dass die zunehmende Gefahr eines Angriffs auf den Iran die geopolitische Risikoprämie beim Ölpreis um schätzungsweise drei bis vier Dollar je Barrel erhöht habe. Eine weitere Zuspitzung der Lage könnte diesen Aufschlag noch weiter steigen lassen. Das optimistische Preisszenario der Bank von 72 Dollar je Barrel sowie ihre kurzfristigen Prognosen von 70 Dollar beruhten laut der Analysten auf einer solchen Entwicklung.

Unterdessen hat die US-Notenbank Federal Reserve am Mittwoch ihre Leitzinsen wie erwartet unverändert belassen, gestützt auf Anzeichen einer robusten US-Wirtschaft. Am Ölmarkt verfolgt man die Fed-Zinspolitik mit gesteigertem Interessen, lässt sie doch Rückschlüsse auf die konjunkturelle Stabilität in den USA zu und beeinflusst darüber hinaus oft auch den Verlauf des Dollar. Dieser konnte sich gestern zumindest etwas erholen.

Dennoch überwiegen laut Priyanka Sachdeva, Senior-Marktanalystin beim Broker Phillip Nova, die bullishen Faktoren: „Trotz der unveränderten Zinspolitik der Fed und einer leichten Erholung des US-Dollar-Index zeigten sich die Ölpreise robust, da die zunehmenden Spannungen zwischen den USA und Iran weiterhin das Narrativ steigender Angebotsrisiken stützten“. Zudem, so die Expertin, hätten wetterbedingte Produktionsausfälle in Teilen der USA sowie ein überraschender Rückgang der US-Rohöllagerbestände die Preise gestützt und vorübergehend die Sorgen über ein Überangebot gemildert.

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