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NEWS ÜBERSICHT

Aramco OSPs signalisieren schwächere Januar Nachfrage

5. Dez. 2025

Wie gestern schon vor der Veröffentlichung der offiziellen Aramco OSPs (Original Selling Prices) durchsickerte (04.12.2025 ARAMCO Preise in Asien mit Kurs auf 5 Jahres-Tief?), hat der saudische Staatskonzern seine Preislisten für Januar noch einmal nach unten korrigiert. Inzwischen ist klar: Nicht nur für asiatische Käufer ist der Abschlag zu den entsprechenden Referenzsorten dabei deutlich gesunken.
So hat die Aramco erneut auch die Preise für den europäischen Raum (Mittelmeer und Nordwest Europa) deutlich gesenkt. Im Vergleich zu den Dezemberpreisen wurden die Abschläge zu Brent hier um -1,30 Dollar gesenkt. Von November auf Dezember hatte die Aramco die Preise für europäische Kunden zwar unverändert belassen, davor waren sie jedoch schon drei Monate in Folge zwischen -0,80 und -1,30 Dollar zurück gegangen.

Nicht unerwartet kam zudem eine erneute Preisanpassung für asiatische Kunden. Hier ist der Preis für die wichtigste Sorte Arab Light auf den niedrigsten Stand seit Januar 2021 gesunken, während Arab Medium sogar zum ersten Mal seit Ende 2020 mit einem Abschlag zur Referenzsorte Oman Dubai Average angeboten wird. Die Preispolitik der Aramco zeigt damit klar, dass Saudi-Arabien so wie die OPEC+ insgesamt im ersten Quartal mit einer schwächeren Nachfrage rechnet. Diese ist saisonal nicht unüblich, wird allerdings diesmal durch die gleichzeitig erwartete Angebotsschwemme noch verschärft. Die Aramco-OSPs geben damit einen bearishen Impuls an den Markt.

Der Ölmarkt bleibt auch zum Ende der Woche in seinem Spannungsfeld aus widerstreitenden Faktoren und Unsicherheiten gefangen. Während die Anleger sowohl den schleppenden Friedensprozess in der Ukraine im Auge behalten, wägen sie auch Faktoren wie die erwartete Zinssenkung der Fed, die zunehmenden Spannungen in Venezuela oder auch die schon länger schwelenden Angebotssorgen ab.
In Sachen Friedensverhandlungen sollen heute weitere Gespräche mit ukrainischen Vertretern in Florida geführt werden, während Russlands Präsident Wladimir Putin gestern erklärte, einige Punkte des von den USA unterstützten Friedensplans seien für ihn inakzeptabel (04.12.2025 Putin: Friedensplan in jetziger Form inakzeptabel"). Im Falle einer Einigung könnte es theoretisch zu einer Aufhebung der Sanktionen gegen Russland und damit zu höheren Ölexporten kommen, was die Preise im Angesicht des erwarteten Überangebots eher belasten würde.

Mit dem Blick in die Zukunft gerichtet bleiben die Angebotsfaktoren im Mittelpunkt. Ein Friedensabkommen mit Russland würde mehr Öl auf den Markt bringen und die Preise vermutlich drücken, erklärt Anh Pham, Senior Research Specialist bei LSEG. „Umgekehrt würde jede geopolitische Eskalation die Preise nach oben treiben. Die OPEC+ hat sich darauf verständigt, die Produktion am Anfang des nächsten Jahres konstant zu halten, was den Preisen ebenfalls etwas Unterstützung bietet, so der Experte.
Der bearishe Trend dürfte sich wahrscheinlich fortsetzen, meint auch Zhou Mi, Analyst in der Forschungsabteilung des Brokerhaus Chaos Ternary Futures Co., da Rohöl sich grundsätzlich in einem Zustand des Überangebots befinde. Die Gespräche über die Ukraine und die Rhetorik der USA gegenüber Venezuela sind aus seiner Sicht lediglich Marktrauschen.
Wie sich die Lage in Venezuela tatsächlich entwickeln wird bleibt abzuwarten, nachdem US Präsident Trump erst vor wenigen Tagen mehr oder weniger deutlich mit der Entsendung von Bodentruppen zum Kampf gegen venezolanische Drogenkartells gedroht hatte. Sollte sich in dem südamerikanischen Land ein neuer Krisenherd eröffnen, könnte dies die Rohölförderung des OPEC-Mitglieds durchaus gefährden. Aktuell produziert das Land etwa 1,1 Mio. B/T, die überwiegend an den chinesischen Markt exportiert werden.

Ukrainische Drohnen treffen Druschba-Pipeline

4. Dez. 2025

Die Ukraine hat bei einem weiteren Drohnenangriff auf die russische Energieinfrastruktur am gestrigen Mittwoch erneut die Druschba-Pipeline ins Visier genommen und nach Angaben eines Vertreters des ukrainischen Geheimdienstes auch getroffen. Über die Anlage wurde zuletzt noch russisches Öl nach Ungarn und in die Slowakei gepumpt. Die beiden Länder, können trotz der EU-Sanktionen weiterhin Rohöl aus Russland beziehen.

Trotz des mittlerweile fünften Angriffs der Ukraine auf die Druschba-Pipeline soll sich an den von der Anlage beförderten Ölmengen nichts geändert haben. Dies gaben die Betreiber der ungarischen und slowakischen Abschnitte der Pipeline am gestrigen Mittwoch an. Zuletzt hatte die Ukraine die Pipeline im September angegriffen. Die Ukraine wie auch Russland verstärkten in den vergangenen Monat die gegenseitigen Angriffe auf die Energieinfrastruktur des jeweils anderen.

Die Bemühungen um eine Beendigung des Kriegs in der Ukraine kamen zuletzt wieder ins Stocken, was auch am Ölmarkt eingepreist wurde. Die Berichte darüber, dass gestern die Druschba-Pipeline durch einen erneuten Drohnenangriff der Ukraine getroffen wurde, untermauerte die Skepsis der Trader hinsichtlich eines baldigen Friedensabkommens zwischen Russland und der Ukraine.

Nach Einschätzung des Beratungsunternehmens Kpler haben die häufigeren Angriffe auf die russische Energieinfrastruktur, die die Ukraine seit einigen Monaten durchführt, "den Durchsatz der russischen Raffinerien zwischen September und November auf rund 5 Millionen Barrel pro Tag gedrückt, ein Rückgang von 335.000 Barrel pro Tag im Vergleich zum Vorjahr." Laut Kpler sei davon am stärksten die Produktion von Benzin betroffen gewesen, "aber auch die Gasölproduktion ging deutlich zurück“.

Wie es bei den Friedensgesprächen nun weitergeht, ist indes ungewiss, was selbst US-Präsident Trump, der das Gespräch zwischen dem US-Sondergesandten Steve Witkoff und Russlands Präsident Wladimir Putin als "recht gut" bezeichnete, gestern eingestand. Unabhängig davon wiederholte Trump, seine jüngste Ankündigung, die USA würden gegen die Drogenkartelle Venezuelas sehr bald auf venezolanischem Boden vorgehen, was die Marktteilnehmer dem Analysten Gao Jian von Qisheng Futures Co. zu einem gewissen Maß an Vorsicht anhalten sollte, wenngleich die Fundamentaldaten seiner Meinung nach immer noch "Abwärtsdruck auf den Rohölpreis ausüben würden.

Zu diesen bearishen Fundamentaldaten gesellten sich gestern auch die Daten, die das DOE in seinem wöchentlichen Bericht zum US-Ölmarkt veröffentlichte. So legten die Ölbestände der USA in der vergangenen Woche zu, während die Nachfrage nachgab, obwohl angesichts des Thanksgiving-Feiertags davon auszugehen war, dass die Nachfrage zunimmt, da viele US-Bürger aufgrund des Feiertags-Wochenendes zu ihren Familien fahren. Davon abgesehen enttäuschten auch die am Mittwochnachmittag veröffentlichten Daten des ADP zum US-Arbeitsmarkt, der für November einen Rückgang der Beschäftigung in der amerikanische Privatwirtschaft um 32.000 Stellen auswies.

US-Rohölvorräte laut API stärker gesunken als erwartet

3. Dez. 2025

Das American Petroleum Institute (API) meldete Dienstagnacht für die Woche zum 28. November einen stärkeren Rückgang der landesweiten Rohölvorräte der USA, als von den Analysten im Schnitt erwartet. Die Bestände an Destillaten und Benzin sollen derweil deutlich zugelegt haben, wohingegen die Analysten mit einem leichten Rückgang der Destillatvorräte und einem unveränderten Bestandsniveau bei Benzin rechnen.
Die Abbauten bei den landesweiten Rohölbeständen, die der aktuelle API-Bericht enthält, könnten das Resultat einer höheren Rohölverarbeitung seitens der US-Raffinerien sein. Während die Analysten davon ausgehen, dass die Raffinerieauslastung in der vergangenen Woche zunahm, beinhaltet der Bericht des API allerdings keine Daten zum Raffineriebetrieb.

An der allgemeinen Gemengelage, die die Ölfutures beeinflusst, hat sich gestern nicht viel geändert. So führte der russische Präsident Wladimir Putin zwar eigenen Angaben zufolge "sehr nützliche" Gespräche mit dem US-Sondergesandten Steve Witkoff, zu einer Einigung über einen Friedensplan für die Ukraine führten diese allerdings nicht. Vielmehr drohte Putin gestern damit, künftig Schiffe anzugreifen, die die Ukraine unterstützen.

Laut Analyst Tony Sycamore von IG belasten nichtsdestotrotz "die Sorgen über ein Überangebot und eine schwache Nachfrage weiterhin den Rohölpreis (...), der über der Unterstützung bei etwa 55 Dollar bleiben muss, um einen tieferen Einbruch zu vermeiden."

Unterdessen bleibt weiterhin abzuwarten, wie sich die Lage im Hinblick auf Venezuela weiter entwickeln wird. Am gestrigen Dienstag drohte US-Präsident Trump gegen die dortigen Drogenkartelle auf venezolanischem Boden vorzugehen. Dazu soll es laut Trump schon "sehr bald" kommen. Wie stark von dem Konflikt letztlich auch die Ölproduktion des OPEC-Mitglieds betroffen wäre, ist ebenfalls noch ungewiss.

Von der geopolitischen Lage abgesehen warten die Marktteilnehmer heute noch auf den offiziellen Ölbestandsbericht des DOE, der um 16:30 Uhr auf der Agenda steht. Das API meldete für die vergangene Woche einen stärker als erwarteten Rückgang der landesweiten Rohölvorräte, wohingegen die Kraftstoffbestände gestiegen sein sollen, was angesichts der größtenteils abgeschlossenen Raffinerie Umstellungen auf die Winterproduktion wohl nicht unüblich wäre. Darüber hinaus sind die Trader aber auch gespannt darauf, wie sich die Nachfrage in der vergangenen Woche, die den Thanksgiving-Feiertag enthält, vor dem viele US-Bürger zu ihren Familien fahren, entwickelt hat.

Ölfutures vor nächster Runde an US Ölbestandsdaten auf Richtungssuche

2. Dez. 2025

ICE Gasoil Dezember Settlement lag am Montag um 17:30 Uhr bei 690,50 Dollar. Das waren +4,75 Dollar gegen Schluss Vortag. Die Umsätze lagen mit rund 37.700 Kontrakten beim Frontmonatskontrakt unter Durchschnittsniveau.

Die fundamentale Ausgangslage für die Ölfutures war zu Beginn der neuen Handelswoche eher bullish, nachdem ein erneuter Drohnenangriff der Ukraine auf den Schwarzmeerhafen Noworossijsk den Betrieb am Exportterminal unterbrach (01.12.2025 CPC meldet Ausfall an Schwarzmeerterminal nach ukrainischen Drohnenangriffen) und die OPEC+ bei ihrer Vollversammlung am Sonntag bei ihrem Plan blieb, die Produktionssteigerungen Anfang 2026 pausieren zu lassen (01.12.2025 OPEC+ Versammlung bestätigt Pause bei Förderanhebung). Die Sorgen bezüglich einer mittel bis langfristigen Überversorgung wirkten dem jedoch weiter leicht entgegen. Die charttechnischen Vorgaben waren am Montagmorgen ebenfalls leicht bullish, da der Stochastik noch eine bullishe Restwirkung hatte, die jedoch vor allem den Gasoil-Kontrakt stützte. Während Gasoil jedoch noch unterhalb des GD 7 startete, hatten die Rohölkontrakte die GD 21 und die Hochs von Freitag bereits überschritten, was neue Aufwärtsspielräume eröffnete. Nachdem WTI jedoch im Bereich der 60 Dollar-Marke angelangt war, geriet die Aufwärtsdynamik ins Stocken, zumal der Produktionsbericht der EIA von Freitag für September ein weiteres Rekordhoch der US-Rohölproduktion gezeigt hatte (01.12.2025 US-Ölproduktion im September um +0,04 Mio. B/T gestiegen). Am späten Vormittag kam es schließlich zu Gewinnmitnahmen, wobei auch die Mitteldestillatkontrakte an ihre Grenzen stießen. Meldungen über die Wiederaufnahme der Verladungen am Noworossijsk-Terminal (01.12.2025 Chevron: Verladungen an Noworossijsk-Terminal wiederaufgenommen) ließen die beiden Rohölkontrakte am frühen Nachmittag wieder unter die GD 21 und auf neue Tagestiefs rutschen. Gasoil blieb dagegen oberhalb des Tiefs von Montagmorgen und seiner Aufwärtskorrektur damit treu. Im Fahrwasser der US Aktienindizes verzeichnete der Kontrakt am späten Nachmittag sogar noch ein neues Tageshoch, kam allerdings über 700 Dollar letztlich nicht hinaus. Stattdessen setzten in diesem Bereich erneut Gewinnmitnahmen ein, die Gasoil am frühen Abend noch einmal das Tief vom Morgen testen liessen.

Die beiden Rohölkontrakte legten zu Beginn der neuen Handelswoche erst einmal zu. Von der Störung an einigen Handelsplattformen der CME-Group, zu der es am Freitag gekommen war (28.11.2025 NYMEX weiter offline Technische Panne zum Frontmonatswechsel), war keine Rede mehr. Zwar hatte diese vor dem Wochenende noch für Verunsicherung an den Märkten gesorgt und auch den Dollar zeitweise steigen lassen, da sie jedoch auf den Brückentag des Thanksgiving-Wochenendes und somit auf einen ohnehin ausgedünnten Handel fiel, hielten sich die Auswirkungen auf die Ölpreise in Grenzen.
Auch das Ergebnis der OPEC+-Vollversammlung vom Sonntag fiel den Erwartungen entsprechend aus und gab den Ölfutures am Montag daher keine stärkeren Impulse. Die Allianz bekräftigte die Ankündigung der acht Länder, die ihre Fördermengen seit nunmehr knapp zwei Jahren freiwillig stärker drosseln als nötig, dass die Lockerung dieser Zusatzkürzungen im ersten Quartal 2026 ausgesetzt werden. Darüber hinaus diskutierte man über einen Mechanismus zur Bestimmung der maximalen Produktionskapazität der einzelnen OPEC+-Länder, um basierend darauf die Produktionsvorgaben für 2027 ausarbeiten zu können.

Stärkeren Einfluss auf die Ölfutures hatten dagegen zu Beginn der neuen Handelswoche die geopolitischen Entwicklungen. Besonders der erneute Drohnenangriff der Ukraine auf den russischen Schwarzmeerhafen Noworossijsk, der den Betrieb des Exportterminals störte, stützte die Kontrakte. Die Militäraktion untermauert unsere Ansicht, dass ein Friedensabkommen in absehbarer Zeit höchst unwahrscheinlich ist und dass die Diesel-/Gasölmärkte kurz davor stehen, den Komplex wieder in Schwung zu bringen, erklären die Analysten von Ritterbusch and Associates in einer Mitteilung zu dem Vorfall. Im gestrigen Tagesverlauf gab das Ölunternehmen Chevron zwar an, dass die Verladungen in Noworossijsk wiederaufgenommen worden seien, ein Risiko für das Ölangebot bleiben die Drohnenangriffe der Ukraine auf die russische Energieinfrastruktur allerdings dennoch.
Der einzig neue Faktor, der zuletzt als Einflussfaktor für die Ölpreise hinzukam, ist laut Suvro Sarkar, Experte für den Bereich Energie bei DBS, allerdings die angespannte Lage in Venezuela. Ein umfassender Konflikt ist zwar unwahrscheinlich, doch die aktuellen Ereignisse könnten das Land intern destabilisieren und die Ölproduktion und -exporte gefährden, so Sarkar. US Präsident Trump hatte gestern seine Äußerungen vom Samstag, der Luftraum über Venezuela sollte als vollständig gesperrt betrachtet werden, wieder klein geredet, die Sorge vor einer militärischen Auseinandersetzung zwischen den USA und dem OPEC-Mitgliedsstaat bleibt jedoch bestehen.

Auf kurze Sicht wird die Aufmerksamkeit der Marktteilnehmer heute und morgen auch wieder auf die wöchentlichen US Ölbestandsdaten übergehen. Wie üblich wird heute um 22:30 Uhr das API erst einmal seine Schätzungen veröffentlichen, bevor das US Energieministerium (DOE) morgen um 16:30 Uhr seinen offiziellen Bericht samt Daten zu Raffineriebetrieb, Produktion und Nachfrage herausgeben wird. Einige Analysten gehen laut der Nachrichtenagentur Reuters davon aus, dass die landesweiten Rohölvorräte der USA in der vergangenen Woche abgenommen haben, wohingegen die Produktvorräte gestiegen sein sollen.

OPEC+ Versammlung bestätigt Pause bei Förderanhebung

1. Dez. 2025

Die OPEC+ wird ihre Produktionssteigerung im ersten Quartal 2026 aussetzen. Dies wurde am Sonntag bei der Vollversammlung der Gruppe bestätigt. Die bereits im November angekündigte dreimonatige Pause erfolgt vor dem Hintergrund eines erwarteten Überangebotes am Ölmarkt. Zudem billigte das Bündnis einen neuen Mechanismus zur Überprüfung der individuellen Förderkapazitäten, der die Grundlage für die Förderquoten ab 2027 bilden soll.

Das Förderbündnis legt inzwischen wieder eine etwas vorsichtigere Haltung an den Tag, nachdem es seine Förderung zu Jahresbeginn rasch ausgeweitet hatte. Trotz der Pause steuern die globalen Märkte nach Einschätzung von Experten weiterhin auf ein Überangebot im Jahr 2026 zu. „Die OPEC+ hat sich entschieden, abzuwarten und an der bisherigen Linie festzuhalten“, kommentiert Jorge Leon von Rystad Energy AS. „Die Botschaft ist klar: Stabilität hat Vorrang, während sich der Marktausblick zusehends eintrübt.“

Die Ölpreise starten mit etwas Rückenwind in die neue Woche nachdem die OPEC+ ihre geplante Pause der Produktionssteigerungen im ersten Quartal bestätigt hatte. Zugleich stoppte das Kaspische Pipeline-Konsortium (CPC) seine Exporte nach einem schweren Drohnenangriff und Spannungen zwischen den USA und Venezuela sorgen für zusätzliche Unsicherheit auf dem Markt.

Die von Saudi-Arabien und Russland angeführte Produzentenallianz OPEC+ bekräftigte am Sonntag nach einem regelrechten Sitzungsmarathon die dreimonatige Pause, die bereits Anfang des letzten Monats angekündigt worden war. Laut OPEC+ spiegele die Entscheidung die schwächeren saisonalen Marktbedingungen zum Jahresanfang wider.

Anh Pham, Senior-Analyst bei LSEG, stellt fest, dass der Markt positiv auf die Nachricht reagierte. „Seit einiger Zeit dreht sich alles um das Thema Ölüberschuss, daher sorgte die Entscheidung der OPEC+, ihr Produktionsziel beizubehalten, für eine gewisse Erleichterung und trug dazu bei, die Erwartungen hinsichtlich des Angebotswachstums in den kommenden Monaten zu stabilisieren.“

Hinzu kommen in dieser Woche neue Unsicherheiten von geopolitischer Seite. Denn während ein weiterer schwerer Drohnenangriff der Ukraine am Hafen von Noworossijsk erneut für Ex-portausfälle sorgt – diesmal aus Kasachstan und nicht aus Russland, spitzt sich der Konflikt zwischen den USA und Venezuela weiter zu.

Am Samstag hatte Donald Trump den Luftraum über dem südamerikanischen Land für geschlossen erklärt, nachdem die USA schon über Wochen ihre militärischen Drohgebärden Richtung Caracas verschärft hatten. Zwar relativierte der US-Präsident diese Aussage am Sonntag wieder, die Sorge vor einer Eskalation in der Region bleibt aber groß.

Bei der ING heißt es in einer Kundennotiz, dass „die Risiken für die Versorgung steigen, nachdem es weitere ukrainische Angriffe auf russische Energieinfrastruktur gegeben hat und die Spannungen zwischen den USA und Venezuela zunehmen.“ ING-Analyst Warren Patterson konkretisiert: „Obwohl die Marktaussichten aufgrund eines erwarteten Überangebots eigentlich negativ sind, sorgen die anhaltenden Versorgungsrisiken dafür, dass sich diese fundamentalen Faktoren nur langsam in den Preisen widerspiegeln“.

Unterdessen scheinen die Verhandlungen zwischen amerikanischen und ukrainischen Vertretern am Wochenende konstruktiv verlaufen zu sein. Ein endgültiger Durchbruch bleibt jedoch weiterhin aus. In dieser Woche sollen auch wieder neue Verhandlungen zwischen den USA und Russland stattfinden. Sollte es in absehbarer Zeit doch noch zu einer Waffenstillstandseinigung kommen, könnte dies zu einer Lockerung der Sanktionen gegen Moskau und zu höheren Ölmengen aus Russland führen.

OPEC+ Meeting am Sonntag: Förderpolitik wohl unverändert

28. Nov. 2025

Nachdem der erhoffte Durchbruch im Ukraine Friedensprozess bisher ausgeblieben ist, verlegt sich der Fokus der Marktteilnehmer zum Ende der Woche auf das OPEC+ Meeting am Sonntag. Mit echten Überraschungen ist allerdings auch hier nicht zu rechnen, wenn man den Stimmen aus dem Umfeld des Produktionsbündnisses Glauben schenkt.

So dürfte die OPEC+ ihre Fördermengen unverändert belassen. Die acht OPEC+-Länder, die 2025 mit dem Abbau ihrer freiwilligen Förderkürzungen begonnen hatten, dürften demnach laut OPEC-Insidern ihre im Oktober getroffene Entscheidung bestätigen, die Förderanhebungen im ersten Quartal 2026 zu pausieren.

Darüber hinaus will die OPEC+ sich auf einen Mechanismus zur Bewertung der maximalen Produktionskapazitäten ihrer Mitglieder einigen. Seit Jahren schon ist die Grundlage für die Festlegung der Förderquoten und nationaler Förderziele ein Diskussionsthema innerhalb der Gruppe. Am Sonntag könnte nun eine neue Regelung verabschiedet werden, die als Referenz für die Produktions-Basiswerte ab 2027 dienen soll.

Auch am heutigen Black Friday, dem Tag nach Thanksgiving, bleibt der Handel an ICE und NYMEX ausgedünnt. Insgesamt steuern die Kurse mit dem Ende des Novembers auch auf den vierten Monatsverlust in Folge und damit auf die längste Verlustserie seit 2023 zu.
Marktrelevant bleiben dabei heute das OPEC+-Treffen am Wochenende sowie die von den USA vorangetriebenen Bemühungen zur Beendigung des Ukraine Krieges. Die grosse Hoffnung auf einen schnellen Waffenstillstand ist inzwischen allerdings wieder merklich abgeflaut.
So hatte sich gestern auch erstmals seit längerem wieder Wladimir Putin zu Wort gemeldet und zwar grundsätzliche Gesprächsbereitschaft signalisiert, doch erneut hatte er auf die sehr starren Positionen Russlands gepocht, die eine Annäherung an Kiew quasi unmöglich machen. Der US Sondergesandte Steve Witkoff soll in der kommenden Woche nach Moskau reisen und weitere Verhandlungen führen.

Ein Ende des Konflikts hätte sicherlich einen Effekt am Ölmarkt, wenn auch in Händlerkreisen darüber diskutiert wird, wie dieser aussähe. Fakt ist: Russland ist einer der grössten Ölproduzenten weltweit, seine Lieferungen unterliegen jedoch harten westlichen Sanktionen. Eine mögliche Lockerung dieser Beschränkungen im Zuge eines Abkommens könnte bislang blockierte Mengen wieder für Abnehmer wie China, Indien und die Türkei verfügbar machen.
Wie sich ein solches Ergebnis auf die Ölpreise auswirken würde, ist jedoch offen, gibt Mukesh Sahdev von XAnalysts Pty zu bedenken. Es könnte einige Zeit dauern, bis ein mögliches Friedensabkommen zwischen der Ukraine und Russland zustande kommt, so dass Russland möglicherweise versuchen wird, einige Barrel zu lagern, anstatt sie schnell zu verkaufen. Dies könnte die Spotpreise zunächst sogar leicht stützen, bevor sie später unter Druck geraten, so Sahdev.
Insgesamt verlagert sich der Fokus der Anleger heute erst einmal wieder auf die OPEC+, die mit ihrer Förderpolitik ebenfalls das Potenzial hat, das erwartete Überangebot zu beeinflussen. Laut Insiderangaben dürfte die OPEC+ ihre Fördermengen diesmal aber unverändert beibehalten und an ihrem Plan festhalten, die Produktionsausweitungen Anfang 2026 auszusetzen. Im Kern der kommenden Sitzung steht eine langfristige Überprüfung der Förderkapazitäten der Mitgliedsstaaten, die die Quotenverteilung ab 2027 beeinflussen könnte.

Friedensprozess: Experten sehen begrenzte Auswirkungen auf Ölpreise

27. Nov. 2025

Nach der ersten Euphorie um einen möglichen Frieden in der Ukraine, kehrt die Skepsis an den Ölmarkt zurück. Analysten und Marktbeobachter fragen sich inzwischen, ob ein Peace Deal überhaupt zu einem schnellen Anstieg der russischen Ölexporte und damit auch zu spürbaren Veränderungen am Weltmarkt führen würde.

Aus Händlerkreisen wird zudem verstärkt auf die Komplexität einer Aufhebung der Sanktionen gegen Russland sowie auf die weiterhin zögerliche Haltung europäischer Abnehmer. Eine Lockerung der Sanktionen würde den Markt deutlich verändern aber bislang wartet er auf belastbare Signale, meint Nadia Martin Wiggen, Direktorin bei Svelland Capital.

Auch Goldman Sachs hält an einem vorsichtigen Basisszenario fest. Wir gehen von einem Status quo bei den Sanktionen aus, erklärte Goldman-Analyst Daan Struyven . Demnach dürfte die russische Ölproduktion weiter sinken. Ein Friedensabkommen und eine mögliche Lockerung der US-Sanktionen könnten den Ölpreis laut Goldman um etwa fünf Dollar pro Barrel drücken.

Der Ölmarkt bleibt auf Richtungssuche und versucht einzuschätzen, ob ein Waffenstillstand in der Ukraine tatsächlich erreichbar ist und wie sich dieser potenziell auf die globalen Ölströme auswirken würde. Dabei steht die Frage nach den Sanktionen im Zentrum. Allerdings dürfte der Handel heute aufgrund des US-Feiertags Thanksgiving dünn bleiben und die allgemeine Volatilität befeuern.

Unterdessen setzen sich die diplomatischen Bemühungen der USA fort. So soll der US-Sondergesandte Steve Witkoff in der kommenden Woche nach Moskau reisen, um mit der russischen Führung über eine mögliche Beendigung des inzwischen fast vier Jahre andauernden Krieges in der Ukraine zu sprechen. Erst gestern hatte ein hochrangiger russischer Diplomat erklärt, Russland werde bei einem Friedensplan keine wesentlichen Zugeständnisse machen.

Die Verhandlungen dürften also schwierig bleiben, weshalb die Skepsis gegenüber den Chancen eines tatsächlichen Friedensabkommens bei den meisten Marktbeobachtern überwiegt. Ein Abkommen zwischen der Ukraine und Russland ist nur dann relevant, wenn es sich in echten Ölfässern niederschlägt, kommentiert Haris Khurshid von Karobaar Capital. Der Markt braucht Pipelines, Schiffe und Verträge ein reines Handschlagabkommen reicht schlicht nicht aus.

Priyanka Sachdeva, Senior-Marktanalystin bei Phillip Nova richtet den Blick unterdessen auch wieder auf andere Faktoren, die den Markt bewegen: Die Ölpreise geben heute Morgen leicht nach, hauptsächlich aufgrund von Hoffnungen auf einen Durchbruch im Ukraine Konflikt und einen breiteren Abbau der Kriegsrisikoprämie. Dennoch wirkt der Markt vor dem OPEC+-Treffen und angesichts der Feiertagsflaute in den USA dünn und richtungslos.

Die OPEC+ kommt am Sonntag zu ihrem nächsten Treffen zusammen. Bei diesem werden diesmal alle 23 Mitgliedsländer vertreten sein und nicht nur die acht Partner, die seit dem Frühjahr ihre freiwilligen Förderkürzungen abbauen. Aus OPEC-Kreisen hiess es zuletzt, dass die Produktionsmengen dieses Mal nicht verändert werden dürften. Beim letzten Meeting der OPEC+8 im Oktober hatte man sich auf eine Pause der Anhebungen im ersten Quartal 2026 verständigt.

Unterdessen rückt auch die US Zinspolitik langsam noch einmal in den Fokus, denn in wenigen Tagen trifft sich die US Notenbank zu ihrer letzten Sitzung in diesem Jahr. Hier hofft man weiterhin darauf, dass die Fed ihre Zinsen noch einmal senken wird, was in der Regel das Wirtschaftswachstum anregt und damit auch die Nachfrage nach Öl stärkt.

Russland/Ukraine: Trump hebt Deadline auf

26. Nov. 2025

Die schwierigen Verhandlungen im Friedensprozess zwischen Russland und der Ukraine gehen weiter. Erneut zeigte sich US-Präsident Donald Trump optimistisch über einen baldigen Durchbruch. Er habe das Gefühl, man sei „einer Einigung sehr nahe“.

Erst am vergangenen Freitag hatte der US-Präsident der Ukraine eine Frist zur Zustimmung zum US-Plan bis Thanksgiving an diesem Donnerstag gestellt. Von dieser Forderung wich Trump nun ab und sagte, es gebe keine feste Frist. Auf Social Media schrieb er wenig später, er habe weitere Gespräche sowohl mit der russischen, als auch mit der ukrainischen Seite angewiesen.

Zur Wochenmitte stabilisieren sich die Ölbörsen wieder, nachdem sie gestern durch die Bank neue Monatstiefs markiert hatten. Auslöser für den Rückgang waren Anzeichen, dass ein Friedensabkommen zwischen Russland und der Ukraine möglich ist – eine Entwicklung, die zur Aufhebung der Sanktionen gegen Russland führen könnte, während gleichzeitig alle Anzeichen auf ein globales Überangebot hindeuten.

Ein Großteil von Russlands Öl- und Kraftstoffexporten unterliegt inzwischen sehr strengen westlichen Sanktionen, die zudem regelmäßig verschärft werden. Dennoch gelang es Moskau in den letzten Jahren, seine Absatzmärkte so anzupassen, dass vor allem China und Indien, aber auch die Türkei und einige andere Länder bei günstigem russischen Öl gern zugreifen. Die Auswirkungen einer möglichen Lockerung der Sanktionen auf die Weltmarktpreise sind deshalb nur schwer abzuschätzen.

„Die entscheidende Frage ist, ob ein Waffenstillstand überhaupt zur Aufhebung der Sanktionen führen würde“, gibt Marktexperte Huang Wanzhe von Dadi Futures zu bedenken. „Da dieses Waffenstillstandsabkommen von den USA geführt wird, ist selbst in einem optimistischen Szenario eher davon auszugehen, dass zunächst nur die Vereinigten Staaten einer Wiederaufnahme russischer Ölexporte an Abnehmer wie Indien über Ausnahmeregelungen oder eine lockerere Kontrolle der Sanktionen den Weg ebnen würden.“

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte gestern in einer Rede vor den europäischen Staats- und Regierungschefs, er sei bereit, dem von den USA unterstützten Rahmenplan zuzustimmen, es gebe nur noch wenige offene Streitpunkte. Zugleich rief er die europäischen Länder dazu auf, ein Konzept für die Entsendung einer „Rückversicherungstruppe“ in die Ukraine auszuarbeiten und ihre Unterstützung fortzusetzen, solange Russland keine Bereitschaft zur Beendigung seines fast vier Jahre andauernden Krieges zeige.

Großbritannien, Europa und die USA hatten zuletzt ihre Sanktionen gegen Russland im Rahmen einer verstärkten Druckkampagne weiter verschärft. Die russischen Ölimporte des wichtigen Abnehmers Indien dürften damit im Dezember auf den niedrigsten Stand seit drei Jahren fallen.

„Sollte das Abkommen finalisiert werden, könnten die westlichen Sanktionen gegen russische Energieexporte rasch demontiert werden“, glaubt IG-Marktanalyst Tony Sycamore. Dies könnte den WTI-Preis potenziell auf etwa 55 Dollar drücken. „Vorerst wartet der Markt aber auf mehr Klarheit, doch das Risiko scheint auf der Unterseite zu liegen, sofern die Gespräche nicht scheitern.“

Auch heute scheinen erst einmal wieder alle anderen Marktfaktoren in die zweite Reihe verbannt, während die Marktteilnehmer auf neue Entwicklungen im Friedensprozess warten. Et-was Unterstützung kommt heute dennoch durch wachsende Erwartungen einer möglichen Zinssenkung der US-Notenbank im Dezember. Jüngste Konjunkturdaten zeigen eine Abschwächung der Einzelhandelsumsätze und eine geringere Inflationsdynamik. Niedrigere Zinsen würden das Wirtschaftswachstum ankurbeln und die Ölnachfrage stützen.

Am Nachmittag stehen zudem noch die DOE-Bestandsdaten aus, die möglicherweise Potenzial für neue Richtungsimpulse hätten. Sollten sie jedoch die API-Daten bestätigen, hätte auch der DOE-Bericht einen neutralen Charakter und würde hinter den geopolitischen Entwicklungen der Woche zurücktreten.

Aus fundamentaler Sicht bleibt die Einschätzung heute bearish, da die diplomatischen Bemühungen um einen Waffenstillstand in der Ukraine weiter auf Hochtouren laufen. Sollte dieser tatsächlich möglich werden und damit eine größere Menge russisches Öl auf den Markt zurückkehren, könnte dies in Kombination mit der ohnehin erwarteten Angebotsschwemme im nächsten Jahr für massiven Preisdruck sorgen.

Trump optimistisch im Hinblick auf Ukraine-Friedensverhandlungen

25. Nov. 2025

Nach den Gesprächen am Wochenende im schweizerischen Genf, an dem Vertreterinnen und Vertreter der Ukraine, der USA und der EU über das Rahmenabkommen für einen Friedensplan diskutierten und Anpassungen vornahmen, zeigte sich US-Präsident Trump am gestrigen Montag optimistisch. "Ist es wirklich möglich, dass große Fortschritt in den Friedensgesprächen zwischen Russland und der Ukraine gemacht werden???", schrieb Trump in einem Post in den sozialen Medien und fügte hinzu: "Es könnte sich tatsächlich etwas Gutes ereignen."

Auch US-Außenminister Marco Rubio, der bei den Verhandlungen in Genf am Wochenende dabei war, sprach von Fortschritt und meinte er sei "sehr optimistisch, dass wir unser Ziel in einem sehr angemessenen Zeitraum, also sehr bald, erreichen werden." Rubio hatte bereits am Sonntag angemerkt, dass das Ultimatum bis zum Donnerstag, dass US-Präsident Trump der Ukraine gestellt hatte, um einem Friedensplan zuzustimmen, nicht in Stein gemeißelt sei.

Nach drei Handelstagen mit Verlusten erholten sich die Rohölkontrakte an ICE und NYMEX am gestrigen Montag wieder etwas. Der Preisanstieg war zum einen technisch bedingt, zum anderen auch der generell höheren Risikofreude an den Finanzmärkten geschuldet, die auch leicht auf die Ölbörsen abfärbte.

"Obwohl der Ölpreis von der allgemeinen Risikobereitschaft an den Märkten profitiert hat, bleiben die Friedensgespräche entscheidend", erinnert jedoch Warren Patterson, Leiter der Rohstoffstrategie bei ING Groep NV, an den anderen wichtigen Faktor, der die Ölpreise derzeit maßgeblich beeinflusst. "Jeder positive Fortschritt in diesen Gesprächen birgt ein Abwärtsrisiko für die Preise, da er potenziell ein wichtiges Versorgungsrisiko beseitigen könnte", erklärt Patterson. Von Fortschritten schrieb gestern auch US-Präsident Trump, was die Ölfutures heute unter Druck geraten lassen dürfte. Seine Pressesprecherin gab außerdem an, es gebe beim überarbeiteten Rahmenabkommen "nur [noch] ein paar Punkte" bei denen noch Dissens herrsche.

Sollte es tatsächlich bald zu einem Ende des Kriegs in der Ukraine kommen, bliebe abzuwarten, ob und wenn ja, wie die OPEC+ auf das dadurch voraussichtlich steigende Ölangebot auf Russland reagiert. Russland selbst suchte zuletzt eine stärkere Anbindung an China und scheint dabei auf offene Türen zu stoßen.

Die acht Länder der Allianz, die ihre Fördermengen seit Anfang 2024 auf freiwilliger Basis stärker gedrosselt haben als nötig, wollen die im April begonnene Rückführung dieser Zusatzkürzungen zumindest im ersten Quartal 2026 erst einmal aussetzen, was mit der zu erwartenden saisonalen Nachfrageschwäche begründet wurde. Bei der nächsten Vollversammlung der OPEC+ am 30. November könnte bereits darüber diskutiert werden, wie man auf einen potenziellen Frieden in der Ukraine reagieren könnte. Davon abgesehen dürften auch wieder die Produktionsvorgaben und deren mögliche Anhebung für einzelne Länder diskutiert werden.

Wie sich das US-Ölangebot und die Bestände der USA in der vergangenen Woche entwickelt haben, werden die wöchentlichen Bestandsdaten zeigen. Das API gibt seinen Bericht mit den Schätzungen zu den Bestandsveränderungen heute Abend un 22:30 Uhr heraus, bevor die offiziellen Daten des DOE am Mittwoch um 16:30 Uhr erscheinen und wie üblich auch einen Einblick in die Entwicklung von Nachfrage, Produktion und Raffineriebetrieb in den USA bieten.

Friedensplan für Ukraine wird in Genf überarbeitet

24. Nov. 2025

Die Ukraine und die USA haben am gestrigen Sonntag Anpassungen am Rahmenwerk für einen Friedensplan für die Ukraine vorgenommen, das zuvor von den Vereinigten Staaten und Russland ausgehandelt worden war. Am heutigen Montag will man mit der Besprechung der not-wendigen Änderungen fortfahren.

Der 28-Punkte-Plan, den die USA mit Russland zu Papier gebracht hatte, war vergangene Woche durchgesickert und stieß vor allem auch in der EU auf Kritik, da er zu viele Forderungen Moskaus erfüllen würde, darunter die Abtretung ukrainischer Gebiete an Russland. Vertreterinnen und Vertreter der EU waren in Genf ebenfalls bei den Gesprächen über den Plan zugegen.

Normalerweise würden die Trader ihr Hauptaugenmerk in dieser Woche wohl auf die am 30. November bevorstehende OPEC+-Vollversammlung richten, um abzuwägen, wie die weitere Produktionsstrategie des Bündnisses aussehen könnte. Zwar hatten die acht OPEC+-Länder, die ihre Fördermengen seit Anfang 2024 über die Vorgaben hinaus drosseln, Anfang des Monats angekündigt, diese Zusatzkürzungen im ersten Quartal 2026 erst einmal nicht weiter zu lockern, allerdings betont die OPEC+ auch immer wieder, dass sie flexibel auf die Marktgegebenheiten reagieren würde.
Dies könnte nun angebracht sein, sollte es tatsächlich bald zu einem Ende des Kriegs in der Ukraine kommen. Nachdem vergangene Woche die Meldung eintraf, die USA und Russland hätten einen 28-Punkte-Plan für einen Frieden in der Ukraine ausgehandelt, soll Kiew bis Donnerstag nun dem Rahmenabkommen zustimmen. Allerdings wird der ursprüngliche Plan derzeit noch überarbeitet, da die Originalversion eher einer bedingungslosen Kapitulation der Ukraine glich.
"Sollten wir hier eine Einigung erzielen – und das ist sehr fraglich –, wird sich das weltweite Überangebot nach Aufhebung der Sanktionen deutlich verschärfen", erklärt Robert Rennie, Leiter der Rohstoffforschung bei Westpac Bank Corp. die zu erwartenden Auswirkungen eines Friedensabkommens auf den Ölmarkt. Rennie geht davon aus, dass der Preis der Nordsee-Rohölsorte Brent auf maximal 65 US-Dollar pro Barrel begrenzt bleibt und bis 2026 weiter sinken wird. "Diese Woche wird sich alles um die wechselnden Kommentare aus Europa, der Ukraine und den USA zur Entwicklung des Friedensplans drehen", so der Experte zum voraussichtlichen Hauptthema der Woche.
Davon abgesehen könnten allerdings auch die US-Konjunkturindikatoren, die wegen des jüngsten US-Regierungsshutdowns noch nachgereicht werden, für neue Impulse sorgen. Daten, die die Spekulationen auf eine Beibehaltung des Zinsniveaus bei der nächsten Sitzung des Fed-Offenmarktausschusses (FOMC) im Dezember untermauern, würden die Ölfutures weiter unter Druck geraten lassen. Den entgegengesetzten Effekt hätten Daten, die die Hoffnungen auf eine weitere Zinssenkung um 25 Basispunkte wieder steigen lassen.

Neuer Friedensplan Ukraine will verhandeln

21. Nov. 2025

Die Hoffnungen auf neue Friedensverhandlungen im Ukrainekrieg verfestigen sich. Nachdem es Mitte der Woche hiess, die USA und Russland arbeiteten an einem entsprechenden Friedensplan, hat der ukrainische Präsident diesen nun offenbar ebenfalls erhalten und will ihn mit seinem US Amtskollegen Trump besprechen. Die Ukraine werde jeden inhaltlichen Vorschlag unterstützen, der einen realen Frieden näher bringt, hieß es aus Kiew.

Noch ist der Plan, den die USA und Russland vorgelegt haben, nicht offiziell bekannt gegeben. Doch aus ukrainischen Parlamentskreisen wurden die zentralen Punkte inzwischen geleakt. Demnach müsste die Ukraine die Regionen Donezk und Luhansk an Russland abtreten, die mit der Halbinsel Krim dann als de facto russisch anerkannt werden, auch von den Vereinigten Staaten. Auch ein NATO Beitritt der Ukraine wäre mit dem vorgelegten Plan ausgeschlossen. Im Gegenzug werde es aber offenbar Sicherheitsgarantien von den USA geben.

Mit der Aussicht auf neue Friedensverhandlungen in der Ukraine kommen die Ölbörsen zum Ende der Woche wieder unter Druck. Brent und WTI dürften damit einen deutlichen Wochenverlust markieren und haben zudem die Gewinne aus der Vorwoche wieder komplett wett gemacht.
Bearish wirkt dabei heute vor allem, dass die Ukraine überhaupt eingewilligt hat, über den von Moskau und Washington vorgelegten Plan zu verhandeln, obwohl kritische Stimmen von einer Bevorzugung Russlands sprechen. Das heutige Inkrafttreten der jüngsten US-Sanktionen gegen die russischen Energieunternehmen Rosneft und Lukoil gerät damit fast ein wenig in Vergessenheit.
Da die Ukraine das Abkommen bislang nicht formell abgelehnt hat, belasten bereits die geringen Chancen auf eine Einigung die Preise, weil ein Friedensschluss einen großen Teil der in den Ölpreisen eingepreisten geopolitischen Risikoprämie beseitigen würde, kommentiert IG Marktanalyst Tony Sycamore die aktuelle Lage.
Viele Analysten bleiben jedoch skeptisch, wie schnell ein Friedensabkommen tatsächlich zustande kommen könnte. Ein Abkommen ist alles andere als sicher, meinen etwa die Analysten der ANZ. Immerhin habe Kiew Russlands Forderungen wiederholt als inakzeptabel zurückgewiesen. Der Markt beginnt zudem zu zweifeln, ob die jüngsten Beschränkungen gegen die russischen Ölkonzerne Rosneft und Lukoil wirklich wirksam sein werden

Auch aus europäischen Diplomatenkreisen überwiegt die Skepsis gegenüber einem möglichen Deal. Hier verweist man darauf, dass der russische Präsident Wladimir Putin schon in der Vergangenheit dazu geneigt habe, immer erst unter internationalem Druck Gesprächsbereitschaft vorzugeben. Der Kreml versuche derzeit, US Sanktionen gegen die beiden grössten Ölkonzerne des Landes abzuwenden.
Sollte es dennoch zu Fortschritten bei einem Friedensabkommen und zu einer Aufhebung der Sanktionen kommen, würde dies das Angebot weiter erhöhen und das in einem Markt, der im kommenden Jahr ohnehin vor einem erheblichen Überschuss steht. Ob es jedoch tatsächlich so dick kommt, darf zumindest angezweifelt werden.
Ein Friedensplan nimmt etwas von der geopolitischen Hitze aus dem Ölmarkt, ist aber kein Gamechanger, meint etwa Haris Khurshid vom Investmenthaus Karobaar Capital. Solange nichts Konkretes passiert, handelt es sich eher um eine kurzfristige Reaktion als um eine strukturelle Veränderung.

EU will Russlands Schattenflotte noch stärker ins Visier nehmen

20. Nov. 2025

Die EU will weitere Maßnahmen prüfen, mit denen die sogenannte Schattenflotte Russlands noch stärker daran gehindert werden kann, russisches Öl im Widerspruch zu den Sanktionen des Westens an andere Märkte zu transportieren. So werden die EU Aussenminister Medienberichten zufolge bei ihrem heutigen Gipfeltreffen in Brüssel auch darüber diskutieren, wie man Drittländer stärker in die Verantwortung nehmen könnte, die beispielsweise durch die Registrierung der entsprechenden Schiffe dazu beitragen, dass Russland mit der Schattenflotte die Sanktionen umgehen kann.

Die neuen Massnahmen sind als Teil des 20. Sanktionspakets vorgesehen, das beim nächsten Treffen der Staats und Regierungschefs der EU im Dezember debattiert werden soll. Mit Verweis auf ein Dokument, das wohl vor dem heutigen Außenministertreffen die Runde machte, meldete die Nachrichtenagentur Bloomberg, die EU habe bereits Kontakt zu den Ländern gesucht, in denen die Tanker der Schattenflotte registriert werden. Dabei hätten viele der Länder auch davon überzeugt werden können, die Schiffe wieder abzumelden. Laut Bloomberg soll Polen ausserdem vorgeschlagen haben, Hafen- und Küstenstaaten miteinzubeziehen

Die Rohölpreise an ICE und NYMEX fielen am gestrigen Mittwoch auf den bislang niedrigsten Stand der Woche. Bei WTI lagen die Settlements sowohl beim noch bis heute Abend handelbaren Dezember-Kontrakt, wie auch beim Folgekontrakt wieder unterhalb der psychologisch wichtigen 60 Dollar Marke.

Der Preisrutsch, den die Ölbörsen zur Wochenmitte vollzogen, ergab sich durch die Kombination einer technischen Abwärtskorrektur bei den Mitteldestillaten und die Meldungen zu Gesprächen zwischen den USA und Russland über einen Friedensplan für die Ukraine. Während noch abzuwarten bleibt, ob die Ukraine diesen Plan, der wohl auch die Abtretung von Gebieten unter russischer Kontrolle beinhaltet, tatsächlich annehmen wird, mildern Anzeichen dafür, dass die USA weiterhin an einer Einigung arbeiten, einige Bedenken hinsichtlich weiterer Sanktionen gegen Russland und auch hinsichtlich der Strenge der Durchsetzung der derzeitigen Beschränkungen", wie die Analysten von ING anmerken.

Derweil leitete der Anstieg der US Bestände an Destillaten und Benzin, die sowohl das API, als auch das DOE für die Woche zum 14. November meldeten, die technische Abwärtskorrektur bei Gasoil und Heating Oil ein, bei denen technische Indikatoren in der ersten Wochenhälfte eine überkaufte Konstellation anzeigten. Zwar waren die Aufbauten bei den Destillaten nicht gravierend, allerdings stellte der Anstieg um +0,2 Mio. Barrel den ersten seit der Woche zum 26. September dar. Bei Rohöl meldete das DOE allerdings entgegen den Erwartungen der Analysten und der Schätzungen des API einen Rückgang der Bestände.

Bevor der Fokus nun auf die nächste Vollversammlung der OPEC und ihrer Partner übergeht, die am 30. November geplant ist, sind die Marktteilnehmer nun erst einmal gespannt auf den morgigen Freitag. Dann sollen nämlich die US-Sanktionen gegen die russischen Ölkonzerne Rosneft und Lukoil in Kraft treten. Angesichts der Meldungen, dass Russland zuletzt mit den USA über einen Friedensplan für die Ukraine verhandelt hat, bleibt abzuwarten, ob US-Präsident Trump die Sanktionen kurzfristig doch noch auf Eis legen wird, oder ob sie tatsächlich umgesetzt werden. Derweil arbeitet die EU an ihrem 20. Sanktionspaket.

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