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NEWS ÜBERSICHT

Irak plant Umgehung von Straße von Hormus

19. Aug. 2026

Die irakische Regierung hat einen Mechanismus beschlossen mit dem die Ölausfuhren des Landes über mehrere alternative Exportrouten zur Straße von Hormus abgewickelt werden sollen. Dieser Mechanismus soll zunächst für 3 Monate gelten und ab dem 1. September in Kraft treten.

Ein großer Anteil der irakischen Exporte, die vor dem Konflikt in der Region bei über 3 Mio. B/T lagen, werden über den Persischen Golf abgewickelt und müssen daher die Straße von Hormus passieren. Allerdings hat der Irak auch die Möglichkeit Pipelines zu nutzen mit denen Exporte über Jordanien, Syrien und die Türkei abgewickelt werden können.

Im Mittleren Osten zeichnet sich aktuell keine Lösung des Konflikts zwischen USA und Iran ab. Als positiv daran kann man höchstens interpretieren, dass dies ein wenig die Volatilität aus dem Markt nimmt. Allerdings sind die festgefahrenen Verhandlungen und die faktische Stilllegung der Straße von Hormus kein positives Zeichen für die generelle Versorgungslage.

Diese wird damit auf unbestimmte Zeit knapp bleiben und für weiter hohe Preise an den Ölbörsen sorgen. „Neue Angriffe im Mittleren Osten erhöhen die Aussicht auf anhaltende Angebotsunterbrechungen“, so die Experten der ANZ Research. Die Länder der Region versuchen ihre Exportrouten zwar zu diversifizieren, die Abhängigkeit von der Straße von Hormus lässt sich allerdings weder kurz- noch langfristig vollständig beenden.

So lange die Kraftstoff- und Rohölversorgung aus der Region nicht ungehindert fließt, ist nicht mit einer nachhaltigen Entlastung an den Ölbörsen zu rechnen. „Die nächste Phase bei den Ölpreisen könnte weniger durch eine weitere spektakuläre Schlagzeile getrieben werden, als vielmehr durch die Angst des Marktes, beim physischen Handel auf der falschen Seite zu stehen“, so Analystin Priyanka Sachdeva, von Phillip Nova Pte Ltd. Damit spielt sie auf die etwas optimistisch eingeschätzte Marktannahme an, dass die Konfliktparteien eine Lösung für die Straße von Hormus finden.

Ohne Meldungen, dass eine Einigung nahe sei oder man sich gegenseitig vernichten will, kann die Volatilität am Ölmarkt nun etwas abnehmen. Die Preise aber werden dabei eher weniger sinken, da täglich viele Mio. Barrel an Öl fehlen (18.08.2026 Korrektur: Iran-USA-Konflikt: Größter Ölversorgungseinbruch seit fast 70 Jahren). Meldungen wie die US-Rohöldaten werden dabei weiter in den Hintergrund gedrängt.

Blitzeinschlag in wichtigem Kraftstoff-Tanklager der USA

18. Aug. 2026

Aufgrund eines Blitzeinschlags gerieten am gestrigen Montag Lagertanks im Kraftstoffdepot von Glenpool (nahe der Stadt Tulsa im US-Bundesstaat Oklahoma) in Brand. Nach Angaben des Betreibers, Explorer Pipeline, soll es sich dabei um drei Tanks gehandelt haben, in denen Rohbenzin gelagert worden war.

Das Tanklager mit seinen insgesamt 30 Tanks kann laut Daten des US-Energieministeriums rund 3,4 Mio. Barrel Kraftstoff lagern und ist an das Pipeline-System des Unternehmens angebunden. Der südliche Teil dieses Pipeline-Systems kann täglich bis zu 660.000 Barrel an Kraftstoff von den Raffinerien im Süden von Texas ins Landesinnere der USA befördern, während der nördliche Teil bis nach Chicago führt und über eine Transportkapazität von rund 450.0000 B/T verfügt. Damit ist das Tanklager ein wichtiger Knotenpunkt.

Die Preise der beiden Rohölkontrakte Brent und WTI liegen heute Morgen wieder oberhalb der psychologisch wichtigen Niveaus von 90 Dollar bzw. 85 Dollar. Dies liegt vor allem an der schwindenden Hoffnung auf ein baldiges Ende des Iran-Kriegs und damit auch der Beeinträchtigung der Schifffahrt in der Straße von Hormus. Die Produktkontrakte wurden außerdem zuletzt durch einen Brand an einem wichtigen US-Kraftstofftanklager gestützt, der auf kurze Sicht wieder zu einer angespannteren Versorgungslage am Kraftstoffmarkt in den USA führen könnte.

US-Präsident Trump verkündete am gestrigen Montag, er habe kein Interesse an einer Verlängerung des Rahmenabkommens zwischen den USA und dem Iran. Offenbar ist der Plan Washingtons nun, die Islamische Republik mit wirtschaftlichen Maßnahmen zu zermürben, wobei der Fokus aktuell noch auf der Seeblockade Irans liegt. Die jüngsten Drohungen gegen den Oman, sollte dieser die Seeblockade nicht unterstützen, trägt allerdings nicht dazu bei, dass die geopolitischen Aufschläge, die von den Marktteilnehmern zuletzt erneut eingepreist wurden, wieder nachlassen. Gleiches gilt für die Meldungen, denen zufolge der Iran bei einem Scheitern der diplomatischen Bemühungen zur Lösung des Konflikts eine militärische Eskalation in Erwägung ziehe, mit der die Seeblockade durchbrochen werden soll.
Unterdessen nehmen die Angriffe auf Schiffe in der Straße von Hormus wieder zu und stützen die Ölpreise. Laut Suvro Sarkar, Leiter der Energieforschung bei der DBS Bank, dürften die Preise zwischen 80 und 100 Dollar schwanken, solange es keine Klarheit im Hinblick auf ein Abkommen zwischen den USA und dem Iran gibt. "Das Fehlen jeglicher Einigung wird sich auch im vierten Quartal und sogar noch im Jahr 2027 auf die Ölpreiserwartungen auswirken", so Sarkars Einschätzung.
Die Meldung über die Wiederaufnahme des Betriebs am Schwarzmeerexportterminal des Caspian Pipeline Consortium (CPC), über das hauptsächlich Rohöl aus Kasachstan exportiert wird, könnte die Preisanstiege etwas abschwächen. Die Frage ist jedoch, wie lange der Betrieb des Terminals aufrecht erhalten werden kann.
Auf kurze Sicht könnte auch der Brand an einem wichtigen US-Kraftstofftanklager bullish wirken, da das Lager einen Knotenpunkt des Explorer Pipeline-Systems darstellt, über das Kraftstoffe von der US-Golfküste ins Landesinnere und von Dort weiter in den Nordosten der USA befördert werden. In der Woche zum 7. August hatte sich die Versorgungslage bei den Destillaten in den USA angesichts eines Nachfragerückgangs wieder etwas entspannt. Zumindest regional könnte sich dies nun vorübergehend wieder ändern.
In den Bestandsberichten die API und DOE in dieser Woche veröffentlichen, wird der Einfluss des Brandes am Tanklager jedoch noch nicht abgebildet sein. Sowohl die Schätzungen, die das API heute um 22:30 Uhr herausgibt, wie auch der offizielle DOE-Bericht, der morgen um 16:30 Uhr fällig ist, spiegeln die Entwicklung in der Woche zum 14. August ab.

Trump will Straße von Hormus zu US-Territorium erklären

17. Aug. 2026

US-Präsident Trump kündigte am vergangenen Freitag an, er werde die Straße von Hormus zu US-Territorium erklären, sobald die Vereinigten Staaten den Iran besiegt hätten. Im Rahmen einer politischen Kundgebung in New York sagte er zudem, die US-Bürger sollten daran denken, "ein kleines bisschen mehr für Benzin zu bezahlen", würde dazu beitragen, dass "ein sehr böses Land" davon abgehalten werde, eine Atomwaffe zu besitzen. Dabei nannte er mit "rund 4 Dollar" pro Gallone in etwa den Preis, den eine Gallone Benzin laut dem amerikanischen Automobilverband (AAA) am Freitag im Durchschnitt in den USA kostete.

Unterdessen teilte der iranische Außenminister Abbas Araghchi am Freitag mit, Teheran habe noch keine Entscheidung bezüglich einer Wiederaufnahme der Gespräche mit den USA getroffen. Zwar würden die beiden Vermittlerstaaten Pakistan und Katar weiterhin Nachrichten mit dem Iran austauschen, dies bedeute jedoch nicht, dass es Verhandlungen gebe. Araghchi stellte laut der halbstaatlichen iranische Nachrichtenagentur ISNA klar, dass sich die im Juni in Islamabad vereinbarte Absichtserklärung (Memorandum of Understanding) auf ein "Ende des Krieges" bezogen habe, nicht auf einen Waffenstillstand. Daher gebe es keine 60-tägige Waffenruhe, die es zu verlängern gelte.

Die Trader an den Ölbörsen dürften in dieser Woche besonders gespannt sein, wie die "beispiellosen Maßnahmen" der USA zur wirtschaftlichen Isolierung Irans, die US-Finanzminister Scott Bessent vergangene Woche ankündigte, wohl aussehen. Das 60-tägige Rahmenabkommen, auf das sich die beiden Länder im Juni noch geeinigt hatten, läuft theoretisch heute aus, wobei es eigentlich von beiden Seiten ohnehin schon längst aufgekündigt wurde.
"Die Drohung mit beispiellosen US-Maßnahmen zur wirtschaftlichen Isolierung Irans, einer unbefristeten Seeblockade [Irans durch die USA, Anm. d. Red.] und erneuten Tankerangriffen erhöht das Risiko weiterer Lieferengpässe", so Charu Chanana, Chef-Anlagestrategin bei Saxo Markets, zu den möglichen Auswirkungen einer erneuten Zuspitzung des Konflikts. "Die schwache Nachfrage und die anhaltenden verdeckten Exporte aus dem Golfraum dämpfen jedoch den Kursanstieg", ergänzt die Analystin.
Ähnlich sieht es auch der Analyst Vivek Dhar von der Commonwealth Bank of Australia, dem zufolge die Rohölpreise bei einer erneuten Eskalation des Konflikts zwischen den USA und Iran sogar wieder an der 100 Dollar-Marke kratzen könnten. Allerdings verweist Dhar auch auf das (für kommendes Jahr von EIA und IEA erwartete,) "plausible" Überangebot hin, das den Preis für den Brent-Futures-Kontrakt in Richtung 80 Dollar treibe.
Die Durchfahrt durch die Straße von Hormus bleibt derweil riskant, wie die von den Vereinigten Arabischen Emiraten zuletzt gemeldeten Angriffe auf mit der staatlichen Ölgesellschaft ADNOC in Verbindung stehende Tanker deutlich macht, die Abu Dhabi dem Iran zuschreibt. Nachdem bereits in der Nacht zu Freitag zwei solcher Tanker angegriffen wurden, soll am Freitag ein weiteres Schiff der ADNOC attackiert worden sein. Auch diesmal soll die Situation jedoch schnell unter Kontrolle gebracht und niemand verletzt worden sein.
Andernorts sorgen die Drohnenangriffe der Ukraine auf Russlands Energieinfrastruktur weiterhin dafür, dass es immer wieder zu Betriebsausfällen an Raffinerien und/oder Exporthäfen kommt. Auch die Seeblockade Saudi-Arabiens durch die Huthi-Miliz im Roten Meer stellt weiterhin ein Angebotsrisiko dar.
So konnten die Ölfutures die Hochs von Freitag heute Morgen bereits leicht überschreiten, notieren mittlerweile aber wieder leicht unterhalb dieser Marken. Bei den Inlandspreisen zeichnet sich im Vergleich zu Freitag aktuell Potenzial für nennenswerte Aufschläge ab.

Hegseth: Seeblockade Irans kann "auf unbestimmte Zeit" aufrecht erhalten werden

14. Aug. 2026

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth gab am gestrigen Donnerstag gegenüber Journalisten an, die USA könnten die Seeblockade Irans auf unbestimmte Zeit aufrechterhalten. Die USA hatten zuvor angegeben die Seeblockade zu beenden, sobald sich Iran und Oman auf die Regelung des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus geeinigt hätten und die Meerenge wieder geöffnet würde.

Unabhängig davon sagte der Finanzminister der USA, Scott Bessent, dass Washington auch weiterhin finanziellen Druck auf die Islamischen Republik ausüben wolle. „Seien Sie gespannt auf weitere Ankündigungen nächste Woche, denn wir werden Maßnahmen ergreifen, wie sie in der Geschichte der wirtschaftlichen Isolation eines Landes noch nie gesehen wurden“, so Bessent in einem Interview in der Sendung „Rob Schmitt Tonight“ auf Newsmax.

Die geopolitischen Konflikte lassen die Marktteilnehmer an den Ölbörsen einfach nicht zur Ruhe kommen und so wagen sich diese bei den Rohölkontrakten immer wieder ungern unter psychologische Schlüsselmarken. So sorgten gestern zwar die bearishen US-Ölbestandsdaten, die das DOE am Mittwoch veröffentlicht hatte, zusammen mit weiteren Angriffen auf Russlands Raffinerien und technischen Verkaufssignalen für einen Preisrückgang bei Brent und WTI, im Bereich von 80 Dollar war beim US-Rohölkontrakt dann allerdings Schluss mit der Abwärtskorrektur.

"Trotz der bearischen Daten zu den Rohölbeständen verhindert das breitere geopolitische Umfeld einen stärkeren Preisrückgang“, meint auch Susan Bell, Senior Vice President für Ölrohstoffmärkte bei Rystad Energy, in einer Mitteilung. So untermauerten Meldungen über Angriffe auf zwei emiratische Schiffe in der Straße von Hormus erst gestern wieder die Unsicherheit hinsichtlich der Menge an Öllieferungen, die es aus den Ländern am Persischen Golf durch die Meerenge auf den Weltmarkt schaffen, auch wenn es immer wieder Tanker durch die Wasserstraße schaffen.

Die Frage ist nun, ob der Konflikt zwischen den USA und dem Iran wieder stärker eskaliert. Die Möglichkeit einer US-Seeblockade Irans "auf unbestimmte Zeit", wie sie US-Verteidigungsminister Pete Hegseth gestern in Aussicht stellte, könnte Teheran wieder zu umfangreicheren Angriffen auf US-Anlagen in Ländern am Persischen Golf verleiten und dürfte auch dazu führen, dass die Huthi ihre Seeblockade Saudi-Arabiens noch länger aufrechterhalten.

Den bullishen geopolitischen Faktoren wirkt mittlerweile jedoch der bearishe Einfluss entgegen, den die Nachfrageprognosen von EIA, IEA und OPEC für 2026 in dieser Woche mit sich brachten. Zwar rechnet beispielsweise die IEA für das dritte Quartal mit einem Angebotsdefizit von -1,8 Mio. B/T, bei der Nachfrage geht die Behörde für das Gesamtjahr 2026 allerdings mittlerweile von einem Rückgang um -1,6 Mio. B/T aus. "Das Ergebnis ist ein Markt, der zwar weiterhin Unterstützung findet, aber Schwierigkeiten hat, deutlich nach oben auszubrechen, solange diese gegenläufigen Kräfte bestehen bleiben", erklärt der Analyst Tim Waterer von KCM die Auswirkungen dieses Kräftegleichgewichts auf die Preisentwicklung.

Iran: Keine Fortschritte in der Nacht

13. Aug. 2026

Was die Verhandlungen zu einer Öffnung der Straße von Hormus angeht, gab es in der Nacht weiter keinen Durchbruch oder sonst eine Veränderung der Lage. Pakistan, das zuletzt den Verhandlungsprozess moderierte und als Mediator fungiert, gibt mittlerweile zu, dass der Friedensprozess insgesamt ins Stocken geraten ist und keine Fortschritte mache. Man betont aber, dass es noch immer möglich sei die Übergangslösung von Juni zu verlängern, die im August ausläuft.

Das gilt allerdings als unwahrscheinlich, da der Waffenstillstand aus diesem Abkommen ohnehin von beiden Seiten aufgekündigt wurde und der Iran erst kürzlich klarstellte, dass man diese Übergangslösung nicht verlängern werde.

In den Monatsreports von EIA, IEA und OPEC wurde die globale Ölnachfrage 2026 nach unten korrigiert, was etwas Druck aus dem Markt genommen hat. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass die Nachfrage nicht auf natürlichem Wege schwächelt, sondern ein Teil des Ölbedarfs durch das zu geringe Angebot am Weltmarkt weggebrochen ist.

Entscheidend bleibt also das begrenzte Angebot, dass durch die Blocklade der Straße von Hormus, den ukrainischen Angriffen auf Russlands Ölanlagen sowie Sanktionen der EU und USA gegen Russland maßgeblich reduziert wird. Russland könnte nun noch einmal die Spannungen erhöhen, sollte Putin die jüngsten Drohungen umsetzen und Schiffe der EU beschlagnahmen.

Unterdessen ist weiterhin unklar wie viele Schiffe die Straße von tatsächlich passieren und wie viel Öl aus dem Persischen Golf auf den Weltmarkt kommt. Durch das eingeschränkte Tracking in der Region könnten die Transporte durch die Meerenge größer als bisher angenommen sein, klar ist dies allerdings nicht. Fest steht lediglich, dass die Verhandlungen zwischen USA und Iran offenbar festgefahren sind und sich die Sicherheitslage mit den jüngsten Angriffen auf Schiffe in der Region nicht verbessert hat.

„Die Sicherheitslage für die Schifffahrt in diesen Gewässern hat sich weiter verschlechtert, was Schiffe dazu zwingt, ihre Signale abzuschalten. Dies verringert die Transparenz im Schiffsverkehr und erschwert es dem Markt, die tatsächliche Versorgungslage zu verfolgen und einzuschätzen“, so Analysten von Haitong Futures.

„Die Volatilität dürfte ein bestimmendes Merkmal bleiben“, bis die Straße von Hormus wieder geöffnet wird und mehr Klarheit über die Produktion herrscht, stellt Analyst Charu Chanana, Saxo Markets fest. Bearishe Meldungen, wie die deutlichen Bestandsaufbauten in den USA, gehen dabei unter und werden in den Hintergrund gedrängt.

Durch das Ausbleiben konkreter bullisher Meldungen schwächen wir unsere fundamentale Einschätzung heute Morgen auf neutral herab. Die Eskalationen in der Straße von Hormus dürften für den Moment weitestgehend eingepreist sein, während die Drohung von Putin zu diffus ist, als dass sie den Markt aktuell nachhaltig beunruhigen würde. Bei den rechnerischen Inlandspreisen zeichnen sich so zudem leichte Preisnachlässe ab.

Iran: Hormus bleibt geschlossen

12. Aug. 2026

Mohsen Rezaei, Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrats des Iran, hat im iranischen TV bekräftigt, dass die Straße von Hormus geschlossen bleibt. „So lange wie Amerika sein Verhalten nicht ändert und die iranischen Bedingungen akzeptiert wird die Straße von Hormus nicht geöffnet.“

Indirekt erteilt Rezaei einer separaten Einigung zur Straße von Hormus eine Absage und verbindet diese mit dem generellen Ende der Kampfhandlungen sowie den damit verbundenen Forderungen des Iran. Diese sehen unter anderem die Freigabe eingefrorener Vermögenswerte sowie Reparationszahlungen vor. Die USA hingegen fordern selbst Reparationszahlungen von Teheran und werden sich wohl kaum auf die iranischen Bedingungen einlassen.

Trader ignorieren derzeit Meldungen wie vom API weitgehend, auch wenn diese einen seltenen bearishen Impuls liefern. Zu stark ist der Markt von den Geschehnissen rund um die Straße von Hormus und der Versorgung aus dem Mittleren Osten abhängig.

Hier scheint sich weiter keine wirkliche Lösung abzuzeichnen, nachdem der Iran sowie die USA ihre gegenseitigen Forderungen bei den Verhandlungen erhöht haben und damit eine baldige Einigung unwahrscheinlicher machen. Auch wenn Trump immer wieder betont, dass man die volle Kontrolle über die Straße von Hormus habe, so zeichnen die Angriffe auf Schiffe in der Region ein anderes Bild.

„Das Fehlen wesentlicher Nachrichten oder Fortschritte bei den Verhandlungen – während der Iran zugleich seinen Anspruch auf die Kontrolle der Straße von Hormus bekräftigt – lässt die Risiken für die Ölpreise weiterhin nach oben tendieren“, so Analyst Kyle Rodda, von Capital.com.

Auch Vivek Dhar, von der Commonwealth Bank of Australia, sieht dies ähnlich: „Der Anstieg der Ölpreise deutet darauf hin, dass die Märkte weiterhin skeptisch sind, ob eine baldige Einigung die Öltransporte durch die Straße von Hormus wieder in Gang bringen wird.“ Nehmen die weltweiten Lagerbestände weiter ab, drohe der Preis für Brent in Richtung der 100 Dollar-Marke zu steigen, fügte er hinzu.

Mit der festgefahrenen Situation im Konflikt zwischen USA und Iran, den neuen Angriffen auf Schiffe sowie der Drohung des Irans auch Angriffe auf amerikanischen Boden durchzuführen, bleibt die fundamentale Markteinschätzung von uns zunächst einmal weiter bullish. Bei den Inlandspreisen deuten sich aktuell nur leichte Preisänderungen zu gestern ab, nachdem die Notierungen an der ICE in der Nacht auf hohem Niveau geblieben sind. Zu beachten ist hier der bevorstehende Frontmonatswechsel bei ICE Gasoil, der für Verwerfungen sorgen kann.

Libyens Ölgesellschaft meldet Drohnenangriff auf Raffinerie in Zawiya

11. Aug. 2026

Bereits Ende Juli war es in Libyen wieder zu Ausschreitungen gekommen, die sich auch auf die Ölindustrie des Landes auswirkten. Hatten damals Demonstranten einen vorübergehenden Produktionsstopp am Ölfeld El-Feel erzwungen, berichtete die staatliche Ölgesellschaft National Oil Corporation (NOC) nun allerdings von einem Drohnenangriff auf die Raffinerie von Zawiya. Der erste scheint dies allerdings nicht gewesen zu sein. So soll es in der westlibyschen Stadt in den vergangenen Tagen insgesamt vier Angriffe gegeben haben.

Beim jüngsten Angriff auf die Raffinerie soll nach Angaben des NOC-Chefs Masoud Suleman ein Lagertank zerstört worden sein, in dem sich 4,5 Mio. Liter Kraftstoff befanden. Derzeit versuche man laut Suleman den Brand an dem Lagertank zu löschen und die Ausbreitung auf weitere Tanks zu verhindern. In einer Mitteilung der NOC hieß es zudem, eine weitere Drohne habe auf ein Ölmisch- und Abfüllwerk abgezielt, das mit der Raffinerie verbunden ist. Darüber hinaus rief das Unternehmen in der Region den Notstand aus, da der infolge des Brands aus dem Tank ausgetretene Kraftstoff auch eine Gefahr für die umliegenden Ölanlagen bestehe.

An den Ölbörsen preisen die Marktteilnehmer derzeit wieder eine höhere geopolitische Risikoprämie ein, nachdem die Wahrscheinlichkeit einer baldigen Normalisierung des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus zuletzt wieder deutlich abnahm. So stellte zunächst der Iran mehrere Forderungen für eine Öffnung der Meerenge, bevor US-Präsident Trump gestern ebenfalls Bedingungen stellte, die bei weiteren Verhandlungen mit Teheran unbedingt berücksichtigt werden sollen.

Da es sich dabei allerdings um Entschädigungszahlungen für Menschen handelt, die Teheran vermutlich allesamt schlicht als Regimegegner betrachtet, ist sehr unwahrscheinlich, dass die iranische Regierung Trumps Forderungen erfüllen wird. Ob dies zu einer erneuten ausgiebigen Eskalation im Konflikt zwischen den USA und dem Iran führen wird, bleibt abzuwarten, angenähert haben sich die beiden Seiten in den letzten Tagen allerdings sicherlich nicht.

Gleiches gilt wohl für Saudi-Arabien und die Huthi-Miliz, nachdem letztere am Wochenende erneut saudische Ölanlagen angegriffen hatte. "Das Risiko einer Blockade sowohl der Straße von Hormus als auch der Meerenge Bab al-Mandeb bleibt äußerst hoch", meint Tim Waterer, Chefmarktanalyst bei KCM Trade. "Selbst vorübergehende Einschränkungen oder die Gefahr weiterer Zwischenfälle treiben die Versicherungskosten in die Höhe und erzwingen längere Schifffahrtsrouten (…) daher dürften die Energieflüsse kurzfristig weiterhin eingeschränkt bleiben", so die Einschätzung des Analysten.

Abgesehen von den möglichen und tatsächlichen Angebotsausfällen, die durch den Nahost-Konflikt und dem Ukraine-Krieg entstehen, scheint sich der Markt nun auch wieder Sorgen über das libysche Ölangebot machen zu müssen. In der westlibyschen Stadt war es zuletzt zu Drohnenangriffen gekommen, die auch die dortige Raffinerie in Mitleidenschaft zog. Unklar ist dabei noch, wer für die Angriffe verantwortlich ist. Sollte sich allerdings wieder ein umfangreicherer Konflikt zwischen der von der international anerkannten Regierung in Tripolis und der Schattenregierung im Osten Libyens entwickeln, könnte dies zu weiteren umfangreiche Angebotsausfällen führen.

Wie die aktuelle Marktsituation von der EIA eingeschätzt wird, wird sich am frühen Abend zeigen, wenn die Behörde ihren Monatsbericht herausgibt. Die entsprechenden Reports von IEA und OPEC sind am morgigen Mittwoch fällig. An den Ölbörsen bleiben die Kontrakte heute Morgen erst einmal im Bereich der Vortageshochs, sodass sich bei den Inlandspreisen rein rechnerisch im Zuge der gestrigen Preisrally derzeit weiterhin Aufschläge abzeichnen.

Iran stellt 6 Bedingungen für Öffnung der Straße von Hormus

10. Aug. 2026

Bereits am Freitag wurde den Hoffnungen der Marktteilnehmer auf eine baldige Öffnung der Straße von Hormus für den internationalen Schiffsverkehr wieder ein Dämpfer versetzt, als es hieß, der Iran habe dafür bestimmte Forderungen gestellt. Nun ist klar, um welche Forderungen es sich dabei handelt.

Laut einer Erklärung des Sekretärs des Obersten Nationalen Sicherheitsrats des Landes geht es Teheran vor allem um 6 Punkte: das Ende der US-Drohungen und Militäraktionen, ein endgültiges Kriegsende, der Abzug der US-Marine- und Luftstreitkräfte aus dem iranischen Hoheitsgebiet, Entschädigung für Kriegsschäden, Aufhebung der Sanktionen und die Freigabe eingefrorener iranischer Vermögenswerte. Bevor die USA diese Bedingungen nicht erfüllen, werde der Iran die Straße von Hormus nicht öffnen, hieß es in der Erklärung.

Mitte letzter Woche hatte der iranische Außenministeriumssprechers Esmail Baghaei noch für neuen Optimismus hinsichtlich einer baldigen Öffnung der wichtigen Meerenge gesorgt, als er verkündete, Iran und Oman hätten sich auf ein Abkommen zur Regelung des Schiffsverkehrs geeinigt. Schon wenig später hieß es jedoch, das Abkommen sei kein Signal dafür, dass die Meerenge sofort geöffnet werde.

Die Rohölpreise an ICE und NYMEX begannen die neue Handelswoche auf festerem Fuß. Dies liegt hauptsächlich daran, dass sich die Hoffnungen auf eine baldige Öffnung der Straße von Hormus für den internationalen Schiffsverkehr mittlerweile wieder zerschlagen haben, da Teheran zuletzt mit mehreren Forderungen ums Eck kam, ohne deren Erfüllung es laut der iranischen Regierung keine Öffnung der Meerenge geben wird.

Die Äußerung Trumps, vorerst einmal mit wirtschaftlichen Druckmitteln statt mit einer neuen Militäroperation zu bekämpfen, führten bislang noch nicht zu stärkerer Abwärtsdynamik. "Die Tendenz bleibt so lange bullish, wie der Markt die ‚Möglichkeit‘ von Störungen und nicht die Gewissheit einer Normalisierung einpreist", meint Haris Khurshid, CIO von Karobaar Capital LP zur Preisentwicklung und fügt hinzu: "Solange sich die tatsächlichen Lieferströme nicht normalisieren, dürfte das geopolitische Risiko den Rohölpreis stützen".

Zum geopolitischen Risiko trägt weiterhin auch die Huthi-Miliz bei, die am Wochenende wohl erneut die Raffinerie im saudischen Dschizan angegriffen hat. Der Vorstandsvorsitzende des staatlichen Ölkonzerns Saudi Aramco, Amin Nasser, hatte vergangene Woche noch angegeben, die bisherigen Angriffe der Miliz (und anderer vom Iran unterstützter Milizen im Norden Iraks) hätten die Ölproduktion des Unternehmens bislang noch nicht wesentlich beeinträchtigt. Die Frage ist allerdings, wie lange dies so bleibt bzw., ob es Riad nicht vielleicht nicht doch bald zu bunt wird und die saudische Regierung schließlich umfangreichere militärische Maßnahmen gegen die Huthi ergreift.

Was den Ukraine-Krieg und dessen Auswirkungen auf den Ölmarkt anbelangt, soll sich Kiew einem US-Regierungsvertreter zufolge bereit erklärt haben, Ölinfrastruktur und -tanker im Schwarzen Meer, die nichts mit Russland zu tun haben, nicht anzugreifen. Dies dürfte vor allem Kasachstan gelegen kommen, dessen Rohölexporte durch Angriffe auf den Ölexportterminal des Caspian Pipeline Consortium (CPC) im Schwarzen Meer in Mitleidenschaft gezogen wurden. Über den Terminal führt das Land das Rohöl aus, das an seinen Ölfeldern gefördert und über die Tengis-Noworossijsk Pipeline dorthin transportiert wird.

Abgesehen von der Geopolitik beeinflusste zuletzt die Erwartungshaltung der Marktteilnehmer hinsichtlich der weiteren Zinspolitik der Fed die Preisentwicklung. Am vergangenen Freitag waren dabei die US-Arbeitsmarktdaten für Juli zeitweise in den Vordergrund gerückt. Der überraschende Rückgang der Beschäftigung, den diese zeigten, reduzierte die Erwartungen, dass die Zinsen in den USA im September angehoben werden dürften. Die Ölfutures stützt dies tendenziell, da eine Anhebung der Zinsen die US-Wirtschaft und damit auch die Nachfrage beeinträchtigen könnte.

So starteten die Ölfutures heute Morgen fester, wobei Brent über die 85 Dollar-Marke noch nicht hinauskam. Bei den Inlandspreisen deutet sich aktuell im Vergleich zu Freitag Potenzial für Aufschläge an.

Iran stellt neue Bedingungen für Öffnung der Strasse von Hormus

7. Aug. 2026

Der Streit um die Strasse von Hormus geht in die nächste Runde. So will der Iran nun offenbar Schiffen aus den USA und Israel die Durchfahrt komplett verbieten und von als feindlich eingestuften Staaten Entschädigungszahlungen von bis zu 20% des Frachtwerts für die Passage verlangen. Dies berichteten iranischen Staatsmedien unter Berufung auf den Vertrag zwischen Iran und Oman.
Die Vereinbarung galt zuletzt als entscheidend für die Aussicht auf eine Wiederöffnung der Strasse von Hormus und die Wiederaufnahme der Energieexporte, die seit Februar massiv eingeschränkt sind. Jedoch: Das dürfte in Washington kaum auf Zustimmung stossen. Marktexperte Thomas Warrick, Senior Fellow beim Atlantic Council fürchtet: Anstatt Zugeständnisse zu machen, erhöhen beide Seiten ihre Forderungen.
Tatsächlich ist es schwer vorstellbar, dass Washington eine solche Regelung einfach abnickt. Nach Monaten, in denen Donald Trump betont hatte, die US-Streitkräfte hätten Iran praktisch besiegt, wäre ein Entgegenkommen innenpolitisch schwer vermittelbar zumal im November wichtige Zwischenwahlen stattfinden, bei denen über die Mehrheiten in beiden Kammern des Kongresses entschieden wird.
Dennoch haben Vertreter der USA und Irans in den vergangenen Tagen mehrfach angedeutet, dass eine Einigung über die Zukunft der Strasse von Hormus näher rückt. Trump, der zuletzt von seinen Drohungen neuer Militärschläge gegen Iran abgerückt war, erklärte am Donnerstag, die USA seien an Verhandlungen beteiligt. Ob bereits eine Vereinbarung erzielt worden sei, liess er jedoch wie so oft offen.
Unklar bleibt auch, wie genau Iran sein gefordertes Verbot für amerikanische und israelische Schiffe auslegen würde. Weltweit verkehren nur wenige Handelsschiffe unter US-amerikanischer oder israelischer Flagge und seit Beginn des Krieges haben ohnehin nur wenige dieser Schiffe den Persischen Golf angelaufen oder verlassen. Vorstellbar ist aber auch, dass auch Reedereien mit US-amerikanischen oder israelischen Eigentümern beziehungsweise Investoren als mit diesen Ländern verbunden eingestuft werden.
Die USA bestehen unterdessen weiterhin auf einer freien Durchfahrt durch die Strasse von Hormus und fordern im Grundsatz eine Rückkehr zum Zustand vor dem Krieg. Vorübergehende Routen durch die Meerenge würden weder Genehmigungen noch Zulassungen, Mautgebühren oder Abgaben unterliegen, erklärte ein US-Beamter am Donnerstag als Reaktion auf die Berichte über die jüngsten Vorschläge Teherans.

Die Ölpreise bleiben auch am letzten Tag der Woche gestützt, da die Unsicherheiten über eine Wiederöffnung der Strasse von Hormus wieder zugenommen haben. So hat der Iran neue Forderungen vorgelegt, die ein Verbot für Schiffe aus den USA und Israel beinhalten, sowie hohe Durchfahrtsgebühren für als feindlich eingestufte Länder.
US-Präsident Donald Trump bekräftigte zwar, er gehe davon aus, dass der Krieg ziemlich bald enden werde und sich die Lage rund um die Meerenge gut entwickle, ob dies jedoch den Tatsachen entspricht, darf zumindest angezweifelt werden. Denn während die USA auf eine uneingeschränkte Schifffahrt und eine Rückkehr zum Vorkriegsstatus bestehen, drängt Iran weiterhin auf die Einführung eines Gebührensystems.
Eine Einigung über die Wiederöffnung der Strasse von Hormus lässt weiter auf sich warten, und die Anleger halten sich entsprechend zurück, kommentiert Rob Haworth, Analyst bei der Asset Management Group. Der Schiffsverkehr bleibt vorerst auf niedrigem Niveau und wann eine tragfähige Lösung gefunden wird, ist weiterhin offen.
Auch Ölmarktanalystin Lin Ye von Rystad Energy äussert sich zu den jüngsten Forderungen des Irans, die ihrer Ansicht nach der Hauptgrund für den jüngsten Preisanstieg an den Ölbörsen sind. Der Markt reagiert damit nicht nur auf das Risiko auf einer schlechten Vereinbarung. Vielmehr wird eingepreist, dass es selbst im Falle einer Einigung keine Rückkehr zur freien Schifffahrt geben dürfte. Stattdessen, so die Expertin, zeichne sich ein kontrollierter und an Bedingungen geknüpfter Transit durch die Strasse von Hormus ab.
Nach Angaben iranischer Staatsmedien fordert Teheran Transitgebühren in Höhe von 5 % bis 7 % der jeweiligen Frachtwerte für die Passage der Strasse von Hormus. Der Oman hatte Abgaben in Höhe von 3% vorgeschlagen, während Washington weiterhin jede Form von Gebühr ablehnt. Es bleibt nun abzuwarten, ob und wie genau mögliche Gebühren umgesetzt werden können. Branchenvertreter warnten zuletzt, dass solche Regelungen angesichts der US-Sanktionen gegen Iran sowie restriktiver Versicherungsklauseln möglicherweise nur schwer umsetzbar wären.
Während der Streit um die Strasse von Hormus also ungeklärt bleibt, hat der Iran nach eigenen Angaben auch wieder feindliche Ziele in der Meerenge angegriffen und damit die hohen Risiken für die Schifffahrt in der Region noch einmal unterstrichen. Nach Angaben der halbamtlichen Nachrichtenagentur Fars ereigneten sich die Angriffe Donnerstagnacht, nachdem es zuvor zu Explosionen in der Nähe der Insel Qeschm gekommen war.

Steht Abkommen über Schiffsverkehr in der Straße von Hormus bereits?

5. Aug. 2026

Bereits am gestrigen Dienstag sorgten Meldungen über den gegenseitigen Austausch von Entwürfen für ein Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran für einen Preisrutsch an den Ölbörsen. Aus Katar hieß es zudem, US-Präsident Donald Trump habe mit dem Staatsoberhaupt des Emirats, Scheich Tamim Bin Hamad Al-Thani telefoniert, um über eine Deeskalation des amerikanisch-iranischen Konflikts voranzutreiben. Dem Nachrichtenportal Axios zufolge könnte bereits am heutigen Mittwoch zumindest ein Abkommen über die Schifffahrt in der Straße von Hormus angekündigt werden.

Der Entwurf dazu sehe demnach eine 60 Tage geltende Regelung des Schiffsverkehrs in der wichtigen Meerenge vor. Innerhalb des Zeitraums, in dem das Abkommen gültig ist, soll es keine Gebühren oder sonstige Abgaben für die Durchfahrt durch die Straße von Hormus geben. Dies entspricht den Vereinbarungen, die im vorläufigen Friedensabkommen von Juni getroffen worden waren.

Der Nordsee-Rohölkontrakt Brent schloss am gestrigen Dienstag erstmals seit dem 10. Juli wieder unterhalb von 80 Dollar pro Barrel, während das Settlement des US-Rohölkontrakts WTI gerade noch so oberhalb von 75 Dollar lag.
Meldungen über bereits bestehende Entwürfe für ein neues vorläufiges Abkommen zwischen den USA und dem Iran hatten die Preise an den Ölbörsen am Nachmittag deutlich sinken lassen, da sie darauf hoffen ließen, dass auch bald geklärt sein könnte, wie die Schifffahrt durch die Straße von Hormus geregelt wird.
"Auch wenn der unmittelbare geopolitische Risikozuschlag abgebaut wurde, mahnt die allgemeine Versorgungslage zur Vorsicht", warnt jedoch Priyanka Sachdeva, Leiterin der Marktanalyse bei Phillip Nova. "Sollten diplomatische Bemühungen scheitern und die physische Versorgung letztlich beeinträchtigt werden, könnte sich der aktuelle Rückgang als nur von kurzer Dauer erweisen, da knappe Lagerbestände die Auswirkungen eines künftigen Angebotsschocks noch verstärken würden", fügt Sachdeva hinzu.

In den USA waren die landesweiten Rohölvorräte in der Woche zum 24. Juli auf den niedrigsten Stand seit September 2018 gefallen. Das API geht zwar davon aus, dass es in der vergangenen Woche zu einem Anstieg gekommen ist, das Bestandsniveau wäre allerdings auch weiterhin sehr niedrig, sollte das DOE die vom API genannten Aufbauten um +2,7 Mio. Barrel heute Nachmittag bestätigen.

Die Frage bleibt außerdem, wie schnell sich die Versorgungslage bei den Kraftstoffen erholen wird. Die Preise der Produktkontrakte an ICE und NYMEX gingen zwar zuletzt wieder zurück, dies dürfte jedoch eher eine technische Abwärtskorrektur gewesen sein, die sich im Zuge der wiederholten Drohungen Trumps gegenüber den US-Ölkonzernen ergeben hatte. Der US-Präsident warf diesen Anfang der Woche erneut vor, dass die Kraftstoffpreise für US-Konsumenten zu hoch seien, während die Konzerne aus dem Iran-Krieg Profit schlagen würden.

Abzuwarten bleibt außerdem, wie es mit dem Schiffsverkehr in der Straße von Bab el-Mandeb weitergeht, wo die Huthi-Miliz die Seeblockade Saudi-Arabiens fortsetzen. War zuletzt aus informierten Kreisen durchgedrungen, dass Riad eine internationale Koalition zur Sicherung des Schiffsverkehrs in der Meerenge zusammentrommeln wolle, hieß es nun, dass es über Vermittler aus dem Oman sogar Gespräche mit den Huthi selbst gegeben haben soll. Sollten diese Scheitern könnte auch dieser Konflikt weiter eskalieren und das Ölangebot Saudi-Arabiens gefährden.

Iran/USA: Trump droht mit „letzter Chance vor Enthauptung“

4. Aug. 2026

Am Sonntag hatte US-Präsident Trump behauptet, es werde schon am Montag neue Gespräche mit dem Iran geben. Obwohl es gestern keine Anzeichen für laufende Verhandlungen gab, setzt Trump nach und erklärte, sein jüngstes Gesprächsangebot an Teheran sei dessen „letzte Chance“. Zugleich zeigte er sich zuversichtlich, dass die Straße von Hormus vollständig wieder geöffnet werde.

„Wir sprechen über die Meerenge, über ihre Öffnung – und zwar buchstäblich bis morgen“, sagte Trump am Montag vor Journalisten im Oval Office. „Das ist ihre [Irans] letzte Chance, ein gutes Dokument zu unterzeichnen“, fügte der Präsident hinzu, allerdings erneut ohne näher zu erläutern, auf welche Verhandlungen oder welche Beteiligten er sich bezog. Er schob hinterher: „Ich möchte ihnen jede letzte Chance geben bevor wir sie enthaupten.“

Nach dem gestrigen Kurseinbruch zum Wochenstart stehen die Zeichen inzwischen schon wieder auf Anstieg, denn trotz der von Donald Trump angekündigten Gespräche mit dem Iran ist eine diplomatische Lösung des Konfliktes weiterhin unwahrscheinlich. Stattdessen erneuerte der US-Präsident seine Drohungen gegen den Iran und bezeichnete sein jüngstes Gesprächsangebot als „letzte Chance“.

Die Ölpreise unterliegen seit Wochen starken Schwankungen, nachdem die Kämpfe am Persischen Golf mit dem Scheitern der Waffenruhe im Juni wieder aufgeflammt und auf das Rote Meer übergegriffen hatten. Seitdem überwog das Hin und Her zwischen militärischer Eskalation und angeblichen diplomatischen Annäherungen. Gefruchtet hatten diese bisher allerdings nicht.

Am Montag sagte Donald Trump dann einen geplanten Angriff auf den Iran ab, den er als den „größten seit dem Zweiten Weltkrieg“ bezeichnete, und gab an, Teheran und andere Nahoststaaten hätten um Gespräche zur Beendigung des Krieges und zur Beilegung des Streits um die Kontrolle über die Straße von Hormus gebeten. Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmail Baghaei, wies diese Darstellung jedoch zurück. Es gebe keine Verhandlungen mit den USA, Treffen seien ebenfalls nicht geplant.

„Das Ausmaß der Gewinnmitnahmen erscheint deutlich überzogen, da nach wie vor erhebliche Unsicherheit besteht. Eine ähnliche Situation haben wir bereits mehrfach erlebt – nur um anschließend zu sehen, wie alles wieder auseinanderfiel“, heißt es von der ING in einer Marktanalyse. Dass der Iran laufende Gespräche bestreite und Trump zugleich mit Konsequenzen drohe, falls keine Einigung zustande komme, lasse nach Einschätzung der Experten weiterhin erheblichen Spielraum für eine erneute Eskalation offen.

Und auch Carolyn Kissane, stellvertretende Dekanin des Center for Global Affairs der New York University, rechnet mit anhaltender Volatilität. „Solange es Möglichkeiten gibt, Öllieferungen umzuleiten, kann dieses Auf und Ab anhalten“, so die Expertin. „Der Iran will die Lage nicht weiter eskalieren lassen, möchte die Spannungen aber aufrechterhalten. Nach dieser Marktreaktion dürfte es weitere Angriffe geben. Eine solche Situation haben wir bereits erlebt.“

Während der Krieg mit dem Iran die globalen Energiemärkte ohnehin belastet, wächst durch die ukrainische Angriffsstrategie gegen Russlands Ölinfrastruktur der Druck auf die globale Ölversorgung. Der Juli war mit rund 30 Angriffen auf Tanker, Raffinerien und andere Einrichtungen der Monat mit den zweithäufigsten Attacken auf Russlands Ölversorgungskette seit Beginn der groß angelegten Invasion in die Ukraine im Jahr 2022.

Immerhin an den wichtigen Schwarzmeerhäfen scheint sich die Lage wieder zu entspannen. So konnten in den vergangenen Tagen insgesamt vier Tanker Ladung am Exportterminal des Caspian Pipeline Consortium (CPC) aufnehmen, nachdem es dort in Folge von Angriffen immer wieder zu Ausfällen gekommen war. Der Terminal ist von entscheidender Bedeutung für die kasachischen Ölexporte. Die jüngsten Tankerattacken in der Region haben jedoch dazu geführt, dass einige Reeder beim Anlaufen des Terminals deutlich vorsichtiger geworden sind.

OPEC+ beschließt weitere Förderanhebung

3. Aug. 2026

Die führenden Mitglieder der OPEC+ haben am Wochenende eine weitere Anhebung ihrer Förderquoten beschlossen. Darauf einigten sich die sieben Länder, die in den vergangenen anderthalb Jahren an freiwilligen Förderkürzungen beteiligt waren, bei ihrer monatlichen Abstimmung. Auf dem Papier sind die ursprünglich 3,5 Mio. B/T betragenden Kürzungsmaßnahmen damit offiziell wieder abgebaut.

Wie auch schon in den Monaten zuvor sollen nun also noch einmal 188.000 B/T mehr gefördert werden dürfen. Allerdings hat auch diese Quotenanpassung , so wie schon die Male zuvor, vor allem einen symbolischen Charakter, denn umsetzbar ist der Beschluss aktuell für keines der beteiligten Länder. Die OPEC+ hatte in den vergangenen Monaten trotz der kriegsbedingten Export- und Produktionseinbrüche ihre Fördermengen sukzessive angehoben, während die Fördermengen effektiv rückläufig waren.

Der Ölmarkt startet in die nächste Runde der geopolitischen Achterbahn und hat erneut Hoffnung gefasst, dass eine Verhandlungslösung der verfahrenen Situation im Persischen Golf möglich ist. So hat nachdem die Rohölfutures an ICE und NYMEX im Juli noch den höchsten monatlichen Anstieg seit März verzeichnet hatten, starteten sie heute mit einem deutlichen Gap in die neue Woche und den neuen Monat.

Auslöser war die Tatsache, dass Donald Trump erneut Gespräche mit dem Iran in Aussicht gestellt hatte, die seinen Angaben zufolge noch heute starten sollen. Zudem habe er einen groß angelegten Militärschlag auf Bitten mehrerer Verbündeter im Nahen Osten, darunter Saudi-Arabien, gestoppt, um den Weg für eine diplomatische Lösung freizumachen. Dabei stehe die Straße von Hormus im Zentrum der Bemühungen.

„Der Preisrückgang spiegelt die Erleichterung darüber wider, dass eine weitere Eskalation zunächst vermieden wurde“, kommentiert Takahiro Asaoka, Rohstoffanalyst beim Itochu Research Institute. „Die Bewegung dürfte vor allem auf Short Coverings zurückzuführen sein, da die geopolitische Risikoprämie nachlässt. Für einen nachhaltigen Rückgang der Ölpreise wäre jedoch eine Einigung erforderlich, die eine Rückkehr des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus zur Normalität ermöglicht.“

Auch nach Einschätzung von Tony Sycamore, Marktanalyst bei IG, richtet sich der Blick nun darauf, ob sich die Entwicklungen der Vorwoche wiederholen. Entscheidend sei, ob die Hoffnungen auf eine Einigung erneut scheiterten, weil der Iran bei seiner harten Haltung bleibe und seine Kontrolle über die Straße von Hormus weiter als Druckmittel nutze – etwa durch einen Angriff auf einen US-Stützpunkt oder einen Tanker in der Meerenge.

Die Risiken für die Schifffahrt durch die Straße von Hormus, über die in Friedenszeiten rund ein Fünftel des weltweiten Rohöl- und LNG-Handels abgewickelt wird, sind somit nicht wirklich geringer geworden. Entsprechend suchen zahlreiche Golfstaaten weiter nach alternativen Exportrouten. So haben etwa die Türkei und der Irak nach Angaben des irakischen Ölministeriums ein ausgelaufenes Pipeline-Abkommen um ein Jahr verlängert. Über die Leitung könnten täglich bis zu 750.000 B/T exportiert werden.

Unterdessen billigten die wichtigsten OPEC+-Staaten eine weitere, vergleichsweise geringe Anhebung ihrer Förderquoten. Damit ist die Rückführung der 2023 beschlossenen freiwilligen Förderkürzungen theoretisch abgeschlossen. Zugleich verschafft sich das Bündnis Spielraum, seine Produktionsmengen nach einem Ende des Nahostkriegs schnell weiter auszuweiten.

Positive Nachrichten für die Angebotsseite kommen zudem aus Kasachstan. Das Energieministerium teilte mit, dass das Caspian Pipeline Consortium (CPC) nach einer vorübergehenden Unterbrechung am Freitag seit dem 1. August wieder täglich rund 100.000 Tonnen Rohöl umsetzt. Zwar können damit nun wieder Tanker am Schwarzen Meer beladen werden, das tatsächliche Exporttempo wird jedoch auch davon abhängen, ob Reedereien bereit sind, die Fahrt durch das Krisengebiet auf sich zu nehmen.

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